Essensausgabe der Caritas

Sibirienhilfe der Aachener Franziskanerinnen in Not

Stand: 11.03.2022, 15:43 Uhr

Nach Sanktionen gegen russische Banken ist die Finanzierung von Aachener Caritas-Hilfs-Projekten in Nowosibirsk und anderen sibirischen Städten in Gefahr.

Der Abbruch von Geschäftsbeziehungen zwischen westlichen Staaten und Russland betrifft nicht nur die superreichen Oligarchen, sondern auch die Ärmsten der Armen in Sibirien. Seit Jahrzehnten unterstützen die Aachener Schervierschwestern des Franziskaner-Ordens caritative Projekte in einigen sibirischen Städten. Doch die Hilfe wird durch die Sanktionen schwieriger.

Armut in Sibirien

Fast täglich skypt die Aachener Schwester Maria Ursula Schneider mit ihren Mitschwestern in Nowosibirsk. Dort ist es noch bitterkalt, minus 20 Grad. Viele Obdachlose sind auf die Arbeit der Caritas angewiesen, die auch von den Aachener Franziskanerinnen unterstützt wird. Durch den Ukraine-Konflikt wird auch das Leben in Russland immer schwieriger:

"Es gibt immer mehr arme russische Leute, die um Hilfe bitten, sie haben kein Geld mehr, die Grundnahrungsmittel verteuern sich", so die Aachener Ordensschwester.

Zahlungsschwierigkeiten für Hilfsprojekte

Wegen der Sanktionen gegen russische Banken kann die Aachener Ordensschwester erst einmal kein Geld mehr für die „Sibirienhilfe“ transferieren. Davon hängen unter anderem die Arbeitsplätze von mehr als 100 Caritas-Mitarbeitern ab. Zum Glück konnte der Aachener Schervier-Orden noch Anfang Februar eine größere Geldsumme überweisen, so dass die Hilfsprojekte in Sibirien erst einmal noch bis zum Sommer abgesichert sind. Jetzt überlegt Schwester Maria Ursula, wie das Geld auf anderen Wegen vor Ort in Nowosibirsk, Omsk und anderen Städten ankommen kann.

Not sehen und handeln

Die Arbeit der Caritas ist dringend notwendig. Egal welche Konfession- die Schwestern in Sibirien kümmern sich um die Ärmsten, verteilen warme Essen, betreuen Wohnungslose, alleinstehende Mütter und Kinder. Und jetzt kommen immer mehr Flüchtlinge aus der Ukraine, die Hilfe in Sibirien suchen.

Viele Menschen versuchen, von der Ukraine aus zu ihren Verwandten nach Sibirien zu kommen, in kleinen Wohnungen müssen auf einmal sehr viele Menschen auf kleinstem Raum zusammenwohnen. Jobs und ausreichend Geld – Mangelware. Schwester Maria Ursula Schneider
Essensausgabe der Caritas

Schwester Maria Ursula macht mit Info-Briefen in Deutschland auf die Lage in Sibirien aufmerksam. Viele Leute spenden gerade jetzt, das Geld kommt laut der Aachener Ordensschwester 1:1 in Sibiren für die Bedürftigen an.

Schwester Maria Ursula hofft, dass in diesen schwierigen Zeiten der Kontakt nach Sibirien nicht abreißt und die Caritas vor Ort weiter helfen kann.

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