Missbrauch in Kevelaer: Gab es mehr Opfer?

Rathaus Kevelaer

Missbrauch in Kevelaer: Gab es mehr Opfer?

  • Tatverdächtiger zeigte sich selbst an
  • Möglicherweise drei weitere Opfer

Im Falle des mutmaßlichen sexuellen Kindesmissbrauchs durch einen Sozialpädagogen gibt es neue Entwicklungen. Auch in Ferienfreizeiten könnte es zu Übergriffen gekommen sein.

Sozialpädagoge stellte Selbstanzeige

Der Mann aus Kevelaer soll einen Minderjährigen aus seiner Verwandtschaft zwischen 1998 und 2002 in 40 Fällen sexuell missbraucht haben. Der 49-Jährige ist Sozialpädagoge und ein bekannter Filmemacher und hatte sich Anfang Juli selbst angezeigt; seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Nun scheint der Fall eine neue Dimension zu erreichen. In von ihm organisierten Ferienfreizeiten könnte es drei weitere Opfer geben; der Sozialpädagoge soll viermal sexuell übergriffig gewesen sein.

Ausmaße noch nicht abzusehen

"Die mutmaßlichen Übergriffe des Beschuldigten sollen sich jeweils in den Nachtstunden abgespielt haben. Teilweise in Zelten oder auch in einer Turnhalle zu einem Zeitpunkt als die Kinder schliefen. Die Kinder sind teilweise durch die Manipulation erwacht und haben den Beschuldigten uns gegenüber als Täter bezeichnet", sagt Günter Neifer von der Staatsanwalt Kleve.

Ein Haftprüfungsantrag wurde laut Staatsanwaltschaft abgelehnt. Es herrsche Wiederholungsgefahr. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, die Ermittler befragen Eltern von Kindern, die an solchen Freizeiten teilgenommen haben. Es sei nicht auszuschließen, "dass weitere Opfer bekannt werden können", so Neifer weiter.

Stand: 23.08.2019, 20:59