Sexuelle Übergriffe an Patienten im Krankenhaus Jülich

Rotes Backsteingebäube mit einer Hofeinfahrt, davor eine Stele mit der Aufschrift Justizzentrum

Sexuelle Übergriffe an Patienten im Krankenhaus Jülich

Am Krankenhaus Jülich hat es offensichtlich sexuelle Übergriffe auf mehrere Patienten gegeben. Entsprechende Recherchen des WDR bestätigte die Staatsanwaltschaft Aachen.

Ein Krankenpfleger der Intensivstation soll demnach zwischen 2012 und 2014 Fotos von - so wörtlich - "sexualisierten Handlungen an Patienten" gemacht haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat sich der mutmaßliche Täter - ein 59 Jahre alter Krankenpfleger - in der vergangenen Woche das Leben genommen.

Ermittlungen seit August

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den Pfleger aus Jülich laufen seit August 2019. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung waren die Ermittler auf einem Laptop auf zahlreiche Fotos von den Übergriffen gestoßen. Verschickt worden seien sie wohl nicht. Der Krankenpfleger soll als Alleintäter gehandelt haben. Bei der geplanten Vollstreckung eines Haftbefehl kurze Zeit später sei der Mann tot in seiner Wohnung gefunden worden.

Krankenhaus reagiert "mit Bestürzung"

Blick auf den Hof des Krankenhauses

Das St. Elisabeth-Krankenhaus, das in Trägerschaft der Caritas Trägergesellschaft West ist, zeigte sich auf WDR-Anfrage "bestürzt und fassungslos" von den Übergriffen. Man sei nach dem Tod des Pflegers von der Staatsanwaltschaft informiert worden und werde eng mit den Ermittlern zusammenarbeiten. Mit ersten mutmaßlichen Opfern habe man bereits Kontakt aufgenommen.

Gab es Mitwisser?

Die Staatsanwaltschaft hat heute angekündigt, dass die Polizei weiter ermitteln werde - auch im Krankenhaus: Man wolle ausschließen, dass der mutmaßliche Täter Mitwisser hatte.

Stand: 09.09.2019, 15:48

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