Fall Bergisch Gladbach: Viele Tatorte, viele Täter

Fall Bergisch Gladbach: Viele Tatorte, viele Täter

  • Interview mit Oberstaatsanwalt Bremer
  • Hoher Druck auf den Ermittlern
  • Hinweise auf mehr mutmaßliche Täter

Der Fall von sexuellem Missbrauch von Kindern in Bergisch Gladbach zieht weitere Kreise. Der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer rechnet damit, dass die Zahl der Beschuldigten noch "deutlich" steigen wird.

WDR: Herr Bremer, wie ist der letzte Stand der Ermittlungen?

Ulrich Bremer: Wir ermitteln NRW-weit gegen 15 Beschuldigte, davon sind acht in Untersuchungshaft.

Ermittlungen Bergisch Gladbach: "Belastung ist enorm"

WDR 5 Morgenecho - Interview 28.11.2019 05:24 Min. Verfügbar bis 27.11.2020 WDR 5

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WDR: Ist noch mit weiteren Verfahren zu rechnen?

Bremer: Wenn 300 Polizisten rund um die Uhr im Schichtdienst arbeiten, kann man sich vorstellen, dass einiges an Informationen zutage tritt. Wir gehen davon aus, dass sich die Zahl der Beschuldigten noch deutlich erhöhen wird.

WDR: Wie sehr spüren Sie den Druck, nach den Pannen der Lügde-Ermittlungen jetzt bloß nichts falsch zu machen?

Ulrich Bremer von der Staatsanwaltschaft Köln

Ulrich Bremer

Bremer: Der Druck ist schon da. Besonders weil die Polizei aus gefahrenabwehrrechtlichen Gründen alles Menschenmögliche unternehmen muss, um weiteren akuten Missbrauch an Kindern zu verhindern.

WDR: Wie unterscheidet sich der aktuelle Fall vom Fall Lügde?

Bremer: In Lügde gab es einen Tatort, an dem viele Kinder missbraucht wurden. Hier haben wir es mit einer Vielzahl an Tatorten und mutmaßlichen Tätern zu tun. Wir haben Chatpartner, die über Landesgrenzen hinweg Bilder getauscht haben.

Bergisch Gladbach - Aus Lügde (nichts) gelernt?!

WDR RheinBlick 14.11.2019 28:20 Min. Verfügbar bis 14.11.2020 WDR Online

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Wir wissen aus den Chats, dass sich Beteiligte auch persönlich getroffen und sich in einem Fall sogar gegenseitig Kinder zugeführt haben. Die Datenflut, die ausgewertet werden muss, ist wirklich gewaltig.

Das Interview führte Edda Dammmüller, WDR Morgenecho

Für die Online-Version wurde das Gespräch sprachlich bearbeitet und gekürzt.

Stand: 28.11.2019, 12:45