Wann sind Senioren zu alt für einen Hund?

Wann sind Senioren zu alt für einen Hund?

  • Ex-Sportreporter Schott wollte Hund aufnehmen
  • Tierheim weist Wunsch zurück
  • Heime regeln Vergabe von Tieren an Senioren individuell

Sportreporterlegende Dietmar Schott und seine Cocker-Spaniel Hündin Piccola - knapp 14 Jahre lang waren die beiden ein Herz und eine Seele, dann starb Piccola. Nach dem herben Verlust sucht der Ex-WDR-Moderator einen neuen Cocker. In Ostfriesland stieß der 82-jährige Schott auf die Hündin Lotte. Doch die Vermittlung scheiterte. Nachdem das Tierheim das Alter von Schott erfragt hatte, bestand die Mitarbeiterin laut Schott auf ein intensives Kennenlernen mit der Hündin. Das hohe Alter als Kriterium bei der Vermittlung eines Tieres? Drei Fragen an Miriam Holbach vom Deutschen Tierschutzbund.

WDR: Frau Holbach, worauf achten Tierheime, wenn sie Tiere abgeben?

Miriam Holbach: Unsere Mitgliedsvereine sind eigenständig und entscheiden selbst, wie und an wen sie ihre Tiere aus dem Tierheim vermitteln. Generell ist wichtig, dass die künftigen neuen Tierhalter die Möglichkeit haben, das Tier artgerecht zu halten. Dazu zählt unter anderem natürlich die Wohnsituation, aber auch der Gesundheitszustand kann entscheidend sein, zum Beispiel wenn es absehbar ist, dass der zukünftige Halter nicht in der Lage ist, dem Tier ausreichend Bewegung zu gewähren. Das Tier und der neue Besitzer müssen bestmöglich zusammenpassen.

WDR: Ab wann ist man zu alt für ein Tier aus dem Tierheim - gibt es dafür Regelungen?

Holbach: Selbstverständlich scheiden ältere Menschen nicht grundsätzlich als neue Besitzer für Tiere aus dem Tierheim aus. Oftmals lassen sich auf diesem Weg gerade ältere Tiere, die in den Tierheimen sonst kaum eine Vermittlungschance haben, in beste Hände vermitteln. Einige Tierheime haben inzwischen Projekte, die sich um das Thema "Senioren für Senioren" drehen.

WDR: Was spricht dafür, dass Senioren Tiere aus dem Tierheim übernehmen?

Holbach: Rentner verfügen über mehr Freizeit als die arbeitende Bevölkerung, was der Betreuung eines Tieres nur dienlich sein kann. Vorausgesetzt, dass der Interessent sich in gesundheitlich guter Verfassung befindet, sind in der Regel regelmäßige Spaziergänge mit einem Hund möglich - und es sollte auch genug Zeit zur Verfügung stehen, um sich mit dem Tier zu beschäftigen und es zu pflegen.

Wichtig ist, dass die gesundheitliche Situation des älteren Tierhalters berücksichtigt wird. Er sollte einen "Plan B" haben. Wer kann einspringen, wenn ich plötzlich krank bin oder aus anderen Gründen zeitweilig nicht für mein Tier sorgen kann? Es ist gut, Angehörige oder Bekannte zu haben, die das Tier bei einem Krankenhausaufenthalt, im Pflegefall oder nach dem Tod des Tierbesitzers übernehmen können.

Das Interview führte Sabine Meuter.

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KiRaKa 05.02.2019 00:55 Min. Verfügbar bis 05.02.2020 KiRaKa Von Frauke Reyer und Jana Magdanz

Stand: 20.08.2019, 19:51

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