Bahn will Wuppertaler Bahnhofsgebäude verkaufen

Bahn will Wuppertaler Bahnhofsgebäude verkaufen

  • Bahn sollte Wuppertaler Bahnhofsgebäude ursprünglich sanieren
  • Historisches Gebäude ist stark renovierungsbedürftig
  • Wuppertaler Stadtwerke in Verhandlungen

Der Wuppertaler Hauptbahnhof ist einer der ältesten Großstadtbahnhöfe Deutschlands. Im Zuge des Döppersberg-Umbaus wollte die Bahn Anfang 2018 eigentlich damit beginnen, das historische Gebäude zu sanieren. Doch hinter diesem Vorhaben stehen jetzt plötzlich viele Fragezeichen. Denn die Bahn will das Gebäude jetzt verkaufen.

Vor allem die Gebäuderückseite wirkt marode: Vieles wurde nur notdürftig repariert; auf dem Dach wachsen schon seit Jahren Birken. Aber statt zu sanieren, will die Bahn das gesamte Areal jetzt verkaufen - und hat es der Stadt Wuppertal und ihrer Tochter, den Stadtwerken, angeboten.

Verkaufsabsicht hat Stadt überrascht

Modellbau für die Seilbahn

Die Wuppertaler Stadtwerke hatten schon vor Jahren großes Interesse an einem Bahnhofs-Nebengebäude bekundet: Dort - und nur dort - könnte eine Talstation gebaut werden für die geplante Seilbahn. Ohne dieses Gebäude müsste die Stadt auch ihren Plan von einer Seilbahn zur Universität aufgeben. Doch dass die Bahn jetzt nicht nur dieses Teilgebäude, sondern gleich den ganzen Bahnhof mit verkaufen will, hat Stadt und Stadtwerke überrascht.

Von einer Überrumpelung durch die Bahn will die Stadt Wuppertal nicht sprechen. OB Andreas Mucke bedauert aber, dass die Bahn die Verkaufspläne nicht schon vor Jahren bekannt gegeben hat. Dann hätte man wesentlich früher mit einer Sanierung des Bahnhofsgebäudes beginnen können.

Die Wuppertaler Stadtwerke wollen bis zum Frühjahr 2018 erste Pläne zum weiteren Verfahren mit dem Bahnhofsgebäude entwickeln.

Scharfe Kritik von CDU und Linken

CDU und Linke haben das Angebot der Bahn zum Verkauf des Hauptbahnhofs scharf kritisiert. Die CDU wirft der Bahn vor, sich so aus der Verantwortung zu ziehen. Sollten die Stadtwerke den Bahnhof nicht kaufen, kommt wohl ein privater Investor zum Zug, kritisiert die Linke. Die Fraktion befürchtet, dass sich die Stadt würde in diesem Fall abhängig machen würde. Schließlich würde dann der Investor entscheiden, ob er Platz für die Talstation zur Verfügung stellt.

Stand: 22.12.2017, 12:31