Second Light Kerzen

Heiße Ware in Aachen: Second-Light rettet Kerzen vor der Tonne

Stand: 13.01.2022, 12:03 Uhr

1,8 Tonnen – so viel altes Kerzenwachs wurde allein in Aachen im vergangenen Jahr eingeschmolzen und zu neuen Kerzen geformt. Die Idee dazu hatten Studierende aus Aachen.

Von Helga Hermanns

Warum abgebrannte Kerzenstummel aus Gaststätten oder Kirchen wegwerfen? Viel zu schade, sagten sich vor vier Jahren Studierende der RWTH und gründeten den Verein Second Light. Für das Handwerkliche wurde ein Partner gesucht und mit den Caritas-Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Monschau-Imgenbroich auch gefunden.

30 Kerzen pro Tag

Second Light Kerzen

Hildegard Hugé-Ruhmland, Leiterin im heilpädagogischen Arbeitsbereich, hat sich gemeinsam mit dem Werkstatt-Team zunächst zaghaft und dann immer professioneller an die Kerzenproduktion herangetastet. Wurden anfangs nur wenige Kerzen pro Woche aus dem Wachsabfall für Second Light in Handarbeit hergestellt, sind es heute schon 30 am Tag.

„Wir freuen uns jeden Morgen darauf, die Kerzen vom Vortag aus der Form zu nehmen und das Ergebnis zu sehen. Und am Schönsten ist das Staunen darüber.“ Hildegard Hugé-Ruhmland

Streifen-Muster oder Frühlingsmorgen

Im Moment werden in der Werkstatt in Imgenbroich großen Kisten mit sechs Tonnen Kerzenresten gelagert. Jeden Tag wird im ganzen Team aufs Neue besprochen, welche Kerzen hergestellt werden: einfarbige mit Hochglanz, solche in Regenbogenfarben, mit Streifen oder das Modell „Frühlingsmorgen“, bei dem Pastelltöne dominieren. Dann werden die vier Schmelztöpfe mit den entsprechenden farblich vorsortierten Wachsresten befüllt – in jeden passen etwa 40 Kilogramm.

Jede Kerze ein Unikat

Second Light Kerzen

Das bei unterschiedlichen Temperaturen geschmolzene Material wird dann in Formen gegossen. Jeder Mitarbeiter kann sein künstlerisches Talent entfalten und Farbkombinationen selbst bestimmen. So wird jede neue Kerze zum Unikat. Und das kann man bei den Produkten auch sehen.

Verkauf im Online-Shop oder über Partner

Denn jede Kerze bekommt ein kleines Pappschild als Anhänger. Schriftzug und Logo von Second Light stehen darauf und auch der Name von der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters, die die Kerze hergestellt haben. Verkauft werden sie direkt ab Werkstatt, über einen Online-Verkauf oder bei Partnern wie dem Ludwig-Forum Aachen oder dem Unverpackt-Laden.

Viele neue Ideen

Die Second Light-Idee will die Caritas Betriebs- und Werkstätten GmbH nun weiter ausbauen. Dazu wird aktuell mit weiteren Produkten und Herstellungsprozessen experimentiert: Grillanzünder aus Kiefernzapfen, die in Wachs getaucht wurden, Tauf- oder Hochzeitskerzen mit Beschriftung und kunstvoller Verzierung oder Operstock-Kerzen für Kirchen.