Taliban in Düsseldorf zu sechs Jahren Haft verurteilt

Taliban in Düsseldorf zu sechs Jahren Haft verurteilt

  • Sechs Jahre Haft für den Deutsch-Polen
  • Er ließ sich beim Abfeuern einer Mörsergranate filmen
  • Trotz psychischer Probleme voll schuldfähig

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat am Montag (10.12.2018) den 37-jährigen Thomas K. zu sechs Jahre Haft verurteilt. Die Richter sprachen ihn wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrorgruppe schuldig.

Den ursprünglichen Vorwurf des versuchten Mordes sah das Gericht dagegen als nicht erfüllt an. Thomas K. war im Frühjahr bei einer Anti-Terror-Operation in Afghanistan von einheimischen Spezialkräften festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert worden.

Angeklagter legte umfassendes Geständnis ab

Als strafschärfend wertete das Gericht die lange Dauer seiner Zeit als Talibankämpfer. In diesen fünfeinhalb Jahren habe er auch Ziele für Selbstmordanschläge ausgespäht und beim Bombenbau geholfen. Die Richter hielten ihm sein umfassendes Geständnis zugute. Außerdem sei er nicht vorbestraft.

Der gebürtige Pole, der seine Jugend in Worms verbrachte, hatte sich auf psychische Probleme berufen. Er sei deshalb bei der Bundeswehr ausgemustert und schon mit 25 Jahren als Frührentner eingestuft worden. Ein Psychiater stufte den Mann aber trotzdem als voll schuldfähig ein.

37-Jähriger geriet ins Visier des Verfassungsschutzes

Schon vor 15 Jahren kam der Konvertit erstmals ins Blickfeld der Ermittler. Damals soll er Spendengelder für den bewaffneten Terrorkampf gesammelt haben. Doch die Staatsanwaltschaft Koblenz fand nicht genügend Beweise und stellte ihre Ermittlungen ein.

Stand: 10.12.2018, 13:20

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