Six Brigdes Rally: Endlich am Ziel!

Start der Rallye für das Weltkulturerbe Müngstener Brücke Lokalzeit Bergisches Land 13.09.2021 03:55 Min. Verfügbar bis 14.09.2022 WDR Von René Rabenschlag

Six Brigdes Rally: Endlich am Ziel!

6000 Kilometer, 16 Tage, neun Länder - die Teilnehmenden der Six Bridges Rally hatten sich einiges vorgenommen. Von Solingen aus fuhren sie quer durch Europa. Die Fahrt sollte die Bewerbung der Müngstener Brücke als Unesco-Weltkulturerbe unterstützen.

Rund 40 Teams fuhren 16 Tage lang, von Mitte bis Ende September, eine Werbetour ausgehend von der Müngstener Brücke in Solingen zu den fünf Schwesterbrücken in Europa. Insgesamt legten die Teams in ihren alten Schätzchen 6.000 Kilometer zurück, um für die alten Stahlbogenbrücken zu werben.

Alle zusammen treten sie die Bewerbung als Weltkulturerbe an. Der Vorschlag für eine gemeinsame Bewerbung kam dabei auch vom Land NRW.

Europas stählerne Bogenbrücken

Im Alleingang hatte es die Müngstener Brücke nicht geschafft, in die Liste der Weltkulturdenkmäler aufgenommen zu werden. Jetzt bewirbt sie sich gemeinsam mit baugleichen Brücken noch einmal.

Die Müngstener Brücke zwischen Solingen und Remscheid

Im Alleingang hatte es die Müngstener Brücke nicht geschafft, in die Liste der Weltkulturdenkmäler aufgenommen zu werden. Jetzt bewirbt sie sich gemeinsam mit baugleichen Brücken noch einmal. Die Brücke wurde von Anton von Riepel in vier Jahren von 1893 - 1897 gebaut - als Eisenbahnbrücke zwischen Solingen und Remscheid.

Im Alleingang hatte es die Müngstener Brücke nicht geschafft, in die Liste der Weltkulturdenkmäler aufgenommen zu werden. Jetzt bewirbt sie sich gemeinsam mit baugleichen Brücken noch einmal. Die Brücke wurde von Anton von Riepel in vier Jahren von 1893 - 1897 gebaut - als Eisenbahnbrücke zwischen Solingen und Remscheid.

In Portugal gibt es gleich zwei stählerne Bogenbrücken: Zum einen die "Ponte Maria Pia" in Portugal. Sie überspannt den Douro zwischen Porto und Vila Nova de Gaia. Sie ist eine der berühmtesten Brücken des legendären Gustave Eiffel. Nach zwei Jahren Bauzeit wurde sie 1877 eröffnet.

Auch die zweite Brücke steht in Porto, über dem Duoro: Die Ponte Dom Luís I. Sie wurde von Eiffels früherem Partner Theophile Seyrig entworfen und gebaut - neun Jahre nach der "großen Schwester" Maria Pia. 1886 wurde sie für den Eisenbahnverkehr freigegeben.

Die Ponte San Michele steht in Italien, genauer: in der Lombardei zwischen Paderno und Calusco. Die kombinierte Eisenbahn- und Straßenbrücke wurde von 1887 - 1889 gebaut als Anschluss für die Gotthardbahn. Leitender Chefinigenieur war Jules Röthlisberger. Er wurde von den beiden portugiesischen Brücken - sagen wir einmal - "stark inspiriert".

Natürlich baute Gustave Eiffel auch in Frankreich eine Brücke: Das "Viaduc Garabit" im Flusstal der Truyère bei Ruynes. 1884 wurde es fertiggestellt - und war sofort ein beliebtes Ausflugsziel: Schließlich war die Brücke 25 Jahre lang die höchste Eisenbahnbrücke der Welt!

Die jüngste Brücke mit Ambitionen zum Weltkulturerbe ist das "Viaduc du Viaur" in Südfrankreich. Es wurde 1887 ausgeschrieben. Unter den fünf Bewerbern war auch Gustave Eiffel - aber erstaunlicherweise erhielt nicht er den Zuschlag für den Bau der Eisenbahnbrücke, sondern Paul-Joseph Bodin. 1902 wurde sie eröffnet. Bis heute ist sie die größte Stahlbrücke Frankreichs.

Müngstener Brücke in Solingen: Gustav Eiffel als Vordenker

Zwei der fünf Brücken sind vom Konstrukteur des Eiffelturms, Gustav Eiffel, erbaut worden. Seine Ururenkelin ist deshalb auch Schirmherrin der Rally. Die weiteren Bauwerke, wie auch die Müngstener Brücke, basieren zum Teil auf Eiffels Plänen.

Auf der etwa 6.000 Kilometer langen Strecke wurden die Brücken in folgender Reihenfolge besucht:

  • Start und Ziel: Müngstener Brücke (Deutschland)
  • Ponte San Michele (Italien)
  • Viaduc du Viaur (Frankreich)
  • Ponte Dom Luis I. (Portugal)
  • Ponte Maria Pia (Portugal)
  • Viaduc de Garabit (Frankreich)

Solinger mit auf großer Tour

Die Strecke führte über die Schweiz, Luxemburg, Belgien Lichtenstein und Spanien.

Lars Berger und Ariane Isele, Rally-Teilnehmer

Lars Berger und Ariane Isele sind bei der Rally dabei.

Unter den Rally-Startern sind auch Lars Berger aus Solingen und Ariane Isele mit einem Ford Taunus von 1977. Auf der Facebook-Seite der Lokalzeit Bergisches Land berichten wir über ihre Erlebnisse während der Rallye. Unter anderem darüber, wie auf dem Rückweg der Fahrt der Wagen plötzlich aufgab - die Kupplung war hinüber. Lars flog zurück, Ariane schloss sich einem anderen Team an.

Rally-Teilnehmer zurück in Solingen

Am Sonntag (26.09.2021) ist die Gruppe wieder in Solingen angekommen. Die mehr als zwei Wochen Fahrt quer durch Europa in den zum Teil Jahrzente alten Fahrzeugen hat Nerven gekostet - doch einige würden am liebsten direkt wieder los. Timm Kronenberg, Mitorganisator der Six Bridges, ist vor allem vom Zusammenhalt der Rally-Fahrer begeistert: "Wie die Teams zusammengewachsen sind, wir waren am Ende wirklich eine Mannschaft."

Sie sind wieder da: Erlebnisse der Six-Bridges-Rally-Fahrer Lokalzeit Bergisches Land 28.09.2021 04:44 Min. Verfügbar bis 29.09.2022 WDR Von Annika Knebel

Stand: 29.09.2021, 10:05

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