Schwimmbagger räumt auf Wuppertalsperre auf

Unterwegs mit dem Schwimmbagger auf der Wuppertalsperre Lokalzeit Bergisches Land 15.10.2021 11:50 Min. Verfügbar bis 15.10.2022 WDR Von Wolfgang Völkel

Schwimmbagger räumt auf Wuppertalsperre auf

Seit fünf Wochen ist er nun schon im Einsatz: der Schwimmbagger auf der Wuppertalsperre. Er soll die ölverschmierten Sträucher und Bäume beseitigen, die dem Starkregen im Juli angespült wurden.

Nach Schätzungen des Wupperverbandes waren aus Firmen und Privathaushalten 100 bis 200 Kubikmeter ölhaltige Substanzen ausgespült worden. Die haben sich in großen Teilen in der Wuppertalsperre abgesetzt. Eine Entsorgungsfirma ist nun damit beschäftigt, alles zu reinigen: ein schwieriges und mühseliges Unterfangen.

Schwimmbagger ist die Lösung

Es ist ein außergewöhnliches Gerät, das auf der Wuppertalsperre zum Einsatz kommt. Denn es fehlen Wege und Straßen rund um die Talsperre. Udo Müller steuert den Schwimmbagger. So einen Einsatz wie hier fährt er zum ersten Mal. "Wir haben eigentlich Tagebau, Sanierungsarbeiten, Bodenwegpumpen, Bäume entfernen, solche Sachen. Also mit Öl, Umweltschädenbeseitigung hatten wir bis jetzt noch nichts zu tun".

Ein Mann mit grauen, kurzen Haaren und Brille sitzt in einem Fahrerhäuschen und trägt eine Warnweste.

Udo Müller lenkt den Schwimmbagger

An seinen neuen Einsatzort hat er sich inzwischen gewöhnt. Probleme bereiten ihm nur zwei Dinge: der sinkende Wasserstand und die steilen Böschungen. Ansonsten funktioniere alles ganz gut, sagt er. Die fehlenden Straßen machten den Abtransport aber so schwierig. Die Männer bringen zu Fuß die ölverschmierten Sträucher ans Ufer.

Udo Müller verlädt sie dann mit seinem Schwimmbagger. "Ich fahre soweit wie möglich ans Ufer, stütze mich mit den Vorderen Stützen ab, bei Bedarf mit den hinteren Stützen und dann kann ich je nachdem vorne mit dem Greifer Material wegnehmen oder rückwärts dann mit dem Ladekran verladen, wie es das Ufer hergibt".

Viele Tonnen Gehölz schon beseitigt

Ein Ufer von einem Gewässer auf dem verschieden Bagger stehen. Im Hintergrund sind Bäume zu sehen.

Arbeiten am Ufer der Wuppertalsperre

Das Transportboot fährt auch aufs Land. Gut für das Verladen, denn so geht alles schneller für die Arbeiter, weil sie näher an das Gebüsch kommen. Mehrere hundert Tonnen Gehölz haben sie so schon abgefahren. Für Thomas Schäfer von der Entsorgungsfirma keine leichte Aufgabe. "Die größte Herausforderung ist irgendwo die Logistik drum herum."

Zwei große Transporter fahren inzwischen nicht nur die belasteten Sträucher an Land ab, sondern auch den ölverschmierten Boden. Über zehn Kilometer ist der Boden in einer Breite von bis zu 15 Meter verseucht. Große Mengen müssen noch weg.

Boden wird behutsam abgetragen

Thomas Schäfer: "Wir ziehen händisch und mit Bagger die oberste Bodenschicht, die obersten Zentimeter nur ab, wirklich das was nötig ist." Dabei bewege man sich maximal im Bereich von zehn Zentimetern. Das zeigten die Proben.

Ein Mann mit Glatze, trägt eine graue Jacke. Er steht vor einem grünen Schwimmbagger.

Thomas Schäfer

Erst wenn augenscheinlich alles beseitigt wurde, sollen im Nachgang an den gleichen Stellen nochmal Proben gezogen werden: "Damit wir wirklich den Nachweis haben, okay, die Stellen sind wirklich sauber", so Schäfer weiter.

Bevor der erste Schnee kommt wollen Udo Müller und sein Team fertig sein. Bis dahin muss das Wetter mitspielen, denn auch zu viel Regen bremst die Arbeiten.

Stand: 18.10.2021, 15:24

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