Schwere Vorwürfe gegen Klinik Köln-Merheim

Klinik Merheim

Schwere Vorwürfe gegen Klinik Köln-Merheim

  • Fristlose Kündigung während einer Operation
  • Chirurg darf Eingriff nicht beenden
  • Anwalt hält Kündigung für gegenstandlos

Ein  international bekannter Hirnchirurg erhebt schwere Vorwürfe gegen das städtische Krankenhaus in Köln-Merheim. Der Anwalt von Privatdozent Dr. Mohammad Maarouf sagte dem WDR am Donnerstag (19.09.2019), dass seinem Mandanten während einer laufenden Hirnoperation fristlos gekündigt wurde.

Patient aus Katar muss zweimal operiert werden

Obwohl die Operation für einen Hirnschrittmacher bereits seit mehr als drei Stunden lief, habe ihm die Klinikleitung untersagt in den OP zurückzukehren. Der Patient musste zwei Tage später in den Kölner Unikliniken erneut operiert werden.

Stimmen die Vorwürfe, wird die Klinik in Merheim in Erklärungsnot geraten. Die Botschaft in Katar schickte in der Vergangenheit immer wieder Patienten ins Klinikum Merheim. Laut dem Anwalt fordert sie jetzt Auskunft über den Abbruch der Operation, denn eine solche, wie die des 60-Jährigen Patienten, kostet erfahrungsgemäß zwischen 80.000 und 100.000 Euro.

Klinik bestreitet Vorwürfe

Der Grund für die fristlose Kündigung Maaroufs sei, dass er einem Studenten bei einer früheren OP erlaubt habe mitzuoperieren. Sein Anwalt hält das für lächerlich. Der Student habe bei der Wundversorgung geholfen und das sei ein ganz normaler Vorgang. Der Vorwurf stamme zudem von einem Anästhesisten mit dem der Hirnchirurg nicht mehr zusammenarbeiten wollte.

Die Klinik in Merheim bestreitet die Vorwürfe. Der Hirnchirurg sei zuvor darauf hingewiesen worden, eventuelle Operationen zu verschieben.

Stand: 19.09.2019, 16:50

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