Neues Problem: Schwebebahn wird immer lauter

Zu laut: Beschwerden über neue Schwebebahnwagen Lokalzeit Bergisches Land 04.06.2020 03:16 Min. Verfügbar bis 05.06.2021 WDR Von René Rabenschlag

Neues Problem: Schwebebahn wird immer lauter

Von René Rabenschlag

  • Wuppertaler stellen ungewöhnliche Geräusche fest
  • Stadtwerke haben Untersuchung eingeleitet
  • Etwa 80 Räder sind frühzeitig verschlissen

Sie sollten schneller und leiser sein, die neuen Schwebebahnwagen. Tatsächlich durften die Bahnen nur einige Monate bis zu 60 km/h fahren. Seit einem technischen Zwischenfall sind nur noch 40 Stundenkilometer erlaubt. Und jetzt sind aus einigen der neuen Flüsterbahnen wahre "Ratterkisten" geworden. Die Ursache ist paradoxerweise die geringere Geschwindigkeit.

Anwohner fühlen sich gestört

Anwohner Thomas Frick

Anwohner Thomas Frick hört die Schwebahn jeden Tag.

Anwohner beklagen sich bereits. Thomas Frick wohnt im fünften Stock eines Hauses direkt an der Schwebebahn in Vohwinkel. Seit Jahren kennt er die Lautstärke der Bahn – das war für ihn und seine Frau auch nie ein Problem. Doch seit einigen Monaten ist das anders: "Vor der letzten Bahn um 23 Uhr kriegen wir kein Auge zu und morgens um fünf fallen wir durch das Getöse aus dem Bett." Zuerst dachte das Paar, dass es mit zunehmendem Alter nur empfindlicher geworden wäre. Doch dem ist wohl nicht so.

Stadtwerke bestätigen Problem

In einer eigens gegründeten Facebookgruppe gegen "Lärm der neuen Schwebebahn" bekommen sie schnell Rückmeldung von anderen Wuppertalern, die genauso empfinden wie die Fricks. Die WSW als Betreiber haben zunächst auf so genannte Flachstellen auf den Rädern verwiesen. Durch starke Beschleunigung oder Bremsungen gibt es eine Art Bremsspur im Metall. Doch am Mittwoch (04.06.2020) bestätigten die WSW dem WDR, dass es sich um ein größeres Problem handelt. Die Radreifen haben einen zu hohen Verschleiß.

Zehn Bahnen sind betroffen

Die Räder in der Werkstatt

Die Räder der Schwebebahn in der Werkstatt.

Bei einer internen Untersuchung haben die Stadtwerke die Ursache gefunden: Weil die Bahnen aktuell noch immer dauerhaft mit 40 statt 60 Stundenkilometern fahren, nutzen die Räder zwar weniger, dafür aber an den falschen Stellen ab. Das glatte Halbkreisprofil der Räder wird hubbelig und erzeugt mehr Rollgeräusche. Als Konsequenz müssen voraussichtlich 80 Räder nachgearbeitet werden. Zehn Bahnen sind aktuell betroffen. Nach Angaben der Stadtwerke werden diese Arbeiten jetzt für die Sommerferien geplant.

Stand: 04.06.2020, 08:56

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