Wuppertal: Teure Planungsfehler bei Schulsanierungen

Verrechnet: Wuppertal fehlen Schul-Container Lokalzeit Bergisches Land 11.01.2021 04:39 Min. Verfügbar bis 18.01.2022 WDR Von Klaus Weiss, Lutz Polanz

Wuppertal: Teure Planungsfehler bei Schulsanierungen

Von Lutz Polanz

Die Sanierung von zwei Schulen in Wuppertal verzögert sich. Die Stadt musste nun einräumen, die Kosten für sogenannte Containerbauten falsch kalkuliert zu haben. Außerdem fehle es am nötigen Baurecht.

Konkret geht es um das Johannes-Rau-Gymnasium und die Else-Lasker-Gesamtschule in Wuppertal. Beide Schulen sind nicht mehr zeitgemäß und weisen gravierende Baumängel auf.

Um sie nacheinander zu sanieren, will die Stadt eigentlich die ehemalige Justizvollzugsschule auf der Hardt abreißen und an ihrer Stelle durch Containerbauten ersetzen. Die Schüler würden dann vorübergehend dort unterrichtet.

Doch das Gebäudemanagement der Stadt hat sich verkalkuliert. Statt drei Millionen Euro Miete sollen die Container nun das Doppelte kosten. 

Bislang keine Baugenehmigungen

Auch eine Baugenehmigung für die Containerbauten liegt bislang nicht vor. Das liegt vor allem daran, dass die Metallcontainer verschärften Brandschutzanforderungen genügen müssten, so die Stadt.

Foto: Gebäude, Eingang, Johannes Rau-Gymnasium in Wuppertal

Das Gebäudemanagement habe "die Komplexität und Dauer dieses aufwändigen Verfahrens bei seiner Planung nicht berücksichtigt", heißt es. Alle Pläne liegen nun auf Eis. Ein Debakel für die Planer.

Schwerwiegende Folgen für Wuppertaler Schulen

Für die betroffenen Schulen in Wuppertal bedeuten die Nachrichten aus dem Rathaus eine Katastrophe. Denn eigentlich sollte die Sanierung des Johannes-Rau-Gymnasiums schon 2018 beginnen, wurde dann aber immer wieder verschoben, sagt die Schulleitung. Zuletzt auf den Sommer 2021.

Schon jetzt meldeten viele Eltern aufgrund der unklaren Sanierungssituation ihre Schüler an anderen Schulen an. Das werde sich jetzt wohl weiter forstsetzen und die Schule in ihrer Existenz gefährden, glaubt Schulleiterin Christiane Genschel.

Neue Chance für Justizvollzugsschule

Die Vorsitzende des Schulausschusses, Karin van der Most (FDP), will zeitnah eine Sondersitzung einberufen. Dabei geht es wohl vor allem darum, wie man den betroffenen Schulen mit Sofortmaßnahmen bei Reparaturen und Verschönerungsarbeiten helfen kann.

Und welche Alternativen als Ausweichstandort in Frage kämen. Davon könnte die alte Justizvollzugsschule profitieren. Ihr ohnehin umstrittener Abriss ist vorerst gestoppt. Gut möglich, dass die Stadt sie nun so weit herrichtet, dass sie als Ersatzquartier für die anstehenden Schulsanierungen genutzt werden kann.

Stand: 11.01.2021, 19:46