Kölner Schull- un Veedelszöch: Jecken über Absage enttäuscht

Kölner Schull- un Veedelszöch: Jecken über Absage enttäuscht

  • Schull- un Veedelszöch in letzter Minute abgesagt
  • Wetterdienst warnt vor Sturmböen und starkem Regen
  • Tausende Karnevalisten enttäuscht

Große Enttäuschung für die Kölner Jecken: Wegen Sturm und Regen sind die Kölner Schull- un Veedelszöch am Karnevalssonntag (23.02.2020) abgesagt worden. Kurz vor dem Start am Chlodwigplatz entschied die Stadt, den Umzug durch die Kölner Innenstadt aus Sicherheitsgründen ausfallen zu lassen. Mehr als 250.000 Zuschauer waren erwartet worden.

Enttäuschte Kölner Jecken nach Absage der Schull- un Veedelszöch

Große Enttäuschung bei den Kölner Jecken: Kurz vor Beginn wurden die Schull- un Veedelszöch aus Sicherheitsgründen abgesagt.

Jecke bei den Kölner Schull- un Veedelszoech

Der Veranstalter der Kölner Schull- un Veedelszöch hat den Umzug durch die Innenstadt aus Sicherheitsgründen abgesagt. Die Entscheidung fiel kurz vor dem Start um 10.45 Uhr am Chlodwigplatz.

Der Veranstalter der Kölner Schull- un Veedelszöch hat den Umzug durch die Innenstadt aus Sicherheitsgründen abgesagt. Die Entscheidung fiel kurz vor dem Start um 10.45 Uhr am Chlodwigplatz.

Vor allem für die jüngeren Teilnehmerwar die Absage kurz vor dem Start eine herbe Enttäuschung. Sie wollten bei dem großen Karnevalszug ihre selbstgestalteten Kostüme präsentieren.

Viele der Gruppen hatten sich am Morgen auf der Severinstraße in der Kölner Südstadt aufgestellt, um dann in Richtung Neumarkt zu starten.

Bis kurz vor der Absage war die Stimmung unter den Jecken gut. Mehr als 8.000 Teilnehmer aus 53 Kölner Schulen und 54 Vereinsgruppen aus den Stadtteilen wollten laut Veranstalter durch die Innenstadt ziehen.

Wenige Minuten bevor der Zug sich in Bewegung setzen sollte, kam dann die enttäuschende Absage. "Um alle Teilnehmenden und alle Jecken am Zugweg zu schützen, können die Zöch nicht stattfinden", erklärte die Stadt die Entscheidung.

Rund 250.000 Zuschauer hatten die Veranstalter auch in diesem Jahr an der Zugstrecke erwartet. Auch sie stimmt die Absage traurig.

Immer wieder hatten sich laut Stadt durch den Wind die Verkleidungen an den Tribünen gelöst und so die Zuschauer aber auch die Teilnehmer des Zugs gefährdet. Bis kurz vor der Absage telefonierten die Verantwortlichen an der Zugstrecke.

Nach der Absage machten sich einige der Teilnehmer direkt auf den Heimweg.

Andere zogen gefrustet ihre Kostüme noch vor Ort aus.

Oder blieben zunächst auf der Strecke stehen, wie diese "Uhren", um zu entscheiden, womit sie die nächsten Stunden verbringen wollen.

Wirklich bewusst wurde es vielen Teilnehmern wahrscheinlich erst, als die ersten Mitarbeiter der Straßenreinigung damit anfingen, den Zugweg zu kehren.

Eines hatten alle gemein: Die Enttäuschung stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Ein schwacher Trost: Auch in Vendig wurde der Karneval abgesagt. Dort allerdings nicht wegen Sturmtief "Yulia", sondern weil befürchtet wird, dass sich der Coronavirus weiter ausbreitet.

"Um alle Teilnehmenden und alle Jecken am Zugweg zu schützen, können die Zöch nicht stattfinden", teilte die Stadt Köln mit. Immer wieder hätten sich durch den starken Wind Verkleidungen der Absperrungen gelöst und in den Zugweg geragt. "Wenn auch nur einem Kind etwas passiert, können wir das nicht verantworten", sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker. "Es tut mir für alle ganz schrecklich leid."

Dementsprechend gedrückt war die Stimmung in der Südstadt, auch wenn viele der 8.000 Teilnehmer Verständnis für die Entscheidung hatten. "Wir können es nicht ändern", sagte Stephan Anders, der den Zug der Liebfrauenschule mitorganisiert hatte. Sicherheit gehe vor. "Alle sind ein wenig enttäuscht, aber nächstes Jahr sind wir wieder am Start."

Nachgeholt werden die Schull- un Veedelszöch nicht, wie das Festkomitee Kölner Karneval mitteilte. Der Rosenmontagszug sei jedoch nicht gefährdet. Er soll nach derzeitiger Einschätzung planmäßig um 10 Uhr starten - mit Teilnehmern der abgesagten Schull- un Veedelszöch.

Zugleiter lädt Teilnehmer des Schull- un Veedelszöch ein

Holger Kirsch, Zugleiter des Rosenmontagszugs, lud aus jeder Schule und jeder Veedelsgruppe zwei Teilnehmer ein. Sie werden gemeinsam eine Gruppe im Zoch stellen. Zudem werden die Gruppen der KGS Kapitelstraße und des Stammdesch Kölsche Sonnenkinder komplett zu sehen sein. Über ihre Teilnahme wurde per Losverfahren entschieden.

Zwar sollen die ausgefallenen Schull- un Veedelszöch nicht nachgeholt werden, für die Teilnehmer soll es aber im Frühjahr ein großes Fest geben.

Kleines Budget, fantasievolle Kostüme

An den Schul- und Viertelsumzügen sollten laut Veranstalter in diesem Jahr 53 Schulen aus Köln sowie 54 Gruppen von Stammtischen und Vereinen aus den Stadtteilen teilnehmen. Der Umzug gehört nach dem Rosenmontagszug zu den größten im Rheinland.

Besonders macht ihn, dass die Teilnehmer trotz eines begrenzten Budgets fantasievolle bunte Kostüme und Wagen zeigen, die von ihnen selbst gestaltet wurden. Eine Jury vergibt dafür jedes Jahr einen Preis für die originellste Gruppe.

Stand: 23.02.2020, 15:43

Weitere Themen