Viele Schulen im Rheinland wollen Maskenpflicht verlängern

Zwei Schüler sitzen mit Masken im Klassenraum und lauschen dem Unterriht

Viele Schulen im Rheinland wollen Maskenpflicht verlängern

Von Celina de Cuveland

Viele Schulleiter wollen die Maskenpflicht im Unterricht beibehalten - auch wenn am Dienstag die Vorgabe des Landes dazu endet. Doch rechtlich ist das schwierig.

Die Bezirksregierung bestätigt, dass es Anfragen vieler Schulleiter und Schulleiterinnen weiterführender Schulen gibt, die die Masken-Regelung im Unterricht fortsetzen wollen.

Die Kölner Bezirksregierung sagt aber auch, dass die Schulen das eigentlich nicht eigenmächtig entscheiden können. Es gebe keine Rechtsgrundlage dafür. Schulen müssten sich an Vorgaben des Landes halten.

Gebauer setzt auf Verantwortungsbewusstsein der Schüler

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer hat auf einer Pressekonferenz am Montagmittag noch einmal bekräftigt, dass ab morgen keine Mund-Nasenschutzpflicht im Untericht an weiterführenden Schulen mehr gilt.

Sie sagte aber auch: Wenn die Schulen weiterhin die Maskenpflicht für den Unterricht beibehalten wollen, könne dies ausschließlich auf freiwilliger Basis geschehen.

Freiwillige Maskenpflicht nicht durchsetzbar?

Lutz Tempel, Vorsitzender der Kölner Schulpflegschaft, sieht die Äußerungen der Bildungsministerin kritisch. "Ich glaube einfach nicht, dass die Schulen die Maskenpflicht im Unterricht durchsetzen können, wenn sie auf Freiwilligkeit basiert", sagt Tempel. "Letztlich führt die Aussage der Ministerin Gebauer jetzt dazu, dass jede Schule das unterschiedlich handhabt. Das führt zu einem Flickenteppich. Besonders super finden wir das nicht." Es gebe in Köln sehr viele Schulen, deren Schulleitungen sich dafür aussprechen, dass die Schüler auch im Unterricht weiterhin Mund-Nasenschutz tragen.

Leverkusen macht eigene Regeln

Diesen Weg geht zum Beispiel die Stadt Leverkusen: Sie empfiehlt Schulen sogar, selbst zu entscheiden, ob eine Maskenpflicht im Unterricht weiter gilt. In einer Stellungnahme gegenüber dem WDR heißt es: "Der städtische Fachbereich Schulen hat gemeinsam mit dem Gesundheitsamt an alle Schulleitungen der weiterführenden Schulen die Empfehlung ausgesprochen, innerschulisch zu entscheiden, am Maskentragen festzuhalten. Denn im Fall einer infizierten Person kann bei konsequentem Maskentragen in aller Regel auf die Anordnung von Quarantäne für die anderen Schülerinnen und Schüler bzw. Lehrerinnen und Lehrer verzichtet werden."

Katholische Schulen sehen Lockerungen auch kritisch

Auch an privaten oder kirchlichen Schulen stehen die neuen Lockerungen in der Kritik. An einem katholischen Gynasium in Leverkusen-Opladen z.B. gilt noch zwei Wochen lang die Maskenpflicht im Unterricht.

Die Schule hat seit heute wieder geöffnet, nachdem dort Mitte vergangener Woche eine Lehrerin positiv auf Covid-19 getestet worden war. Auch in Köln-Bayenthal will ein katholisches Gymnasium an der Maskenpflicht im Unterricht festhalten.

Stand: 31.08.2020, 15:16