Schüler streiken für den Klimaschutz

Schüler streiken in Bonn

Schüler streiken für den Klimaschutz

  • Schüler-Aktionen in zwölf NRW-Städten
  • Demo für mehr Klimaschutz während der Schulzeit
  • Vorbild ist eine schwedische Schülerin

In NRW haben Schüler und Studierende am Freitag (18.01.2019) in zwölf Städten für besseren Umwelt- und Klimaschutz gestreikt. Statt zur Schule oder in die Uni zu gehen, demonstrierten sie. Laut Polizei waren es in Köln rund 200 Schüler, in Düsseldorf 250, in Münster 800 und in Bonn mehrere Hundert. Die Umweltschutzorganisation BUNDjugend, die die Kampagne "#FridaysForFuture" unterstützt, sprach von landesweit 3.000 Teilnehmern.

"Wir sind die Generation, die es betrifft, also müssen wir auch etwas daran ändern", sagte der 18-jährige Samuel Drees dem WDR. Er war mit 15 anderen Demo-Teilnehmern aus Altenkirchen im Westerwald nach Köln angereist.

Die 18-jährige Alia aus Köln sagte dem WDR: "Es ist unsere Aufgabe als Jugendliche, unsere Stimme, die wir haben, zu nutzen, um für Themen einzustehen, die unsere Zukunft betreffen."

Weitere Proteste sind geplant

In Köln startete die Demo um 9 Uhr. In Aachen, Bielefeld, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Mönchengladbach, Münster, Siegburg, Unna und Viersen ging es zwischen 9.30 und 12 Uhr los.

Mit den Aktionen wollen die Schüler Druck auf die Politik ausüben - für einen besseren Umwelt- und Klimaschutz. Auch am kommenden Freitag (25.01.2019) sind Proteste geplant. Dann tagt in Berlin die Kohlekommission, um über den Ausstieg aus der Kohleförderung zu sprechen. Aus vielen Städten wollen Schüler per Bus anreisen.

Schwedische Schülerin Vorbild

Entstanden ist die Bewegung zum Ende der UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz. Vorbild ist die schwedische Schülerin Greta Thunberg. Die 16-Jährige protestiert seit Monaten freitags vor dem Parlament ihres Landes gegen die Klimakrise.

Streiken während der Unterrichtszeit

Ob die Demonstrationen während der Schulzeit Konsequenzen für die fehlenden Schüler haben, ist unklar. Einige der Schülerinnen und Schüler haben sich extra von ihrer Schule die Erlaubnis geholt. Andere schwänzten den Unterricht.

Das NRW-Schulministerium wies darauf hin, dass die Teilnahme an öffentlichen Versammlungen, Protestzügen und Mahnwachen während der Unterrichtszeit "unzulässig" sei. Wer deshalb eine Klausur verpasst, muss laut Schulgesetz mit der Note "ungenügend" rechnen.

Heinen-Esser: "Umweltpolitik ganzheitlicher betrachten"

WDR 5 Morgenecho - Interview 11.12.2018 05:41 Min. WDR 5

Download

Allerdings heißt es beim Ministerium auch: "Je nach Grund des Streiks kann die Dokumentation eines unentschuldigten Fehlens auf dem Zeugnis im Rahmen der Anwendung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit als abschließende schulische Reaktion ausreichend sein." Am Ende entscheidet also die jeweilige Schulleitung.

Stand: 18.01.2019, 18:22

Kommentare zum Thema

40 Kommentare

  • 40 Christian P. 20.01.2019, 17:13 Uhr

    Prima, dass die Jugend jetzt auf die Straße geht. Leider ist die Eltern-Generation meist kein Vorbild in Sachen nachhaltiger Lebensstil. Das immer „schneller, höher und weiter“ hat uns an den Abgrund gebracht. Zeit zur Umkehr!

  • 39 Jürgen S. 20.01.2019, 15:19 Uhr

    Ich würd mal empfehlen die Schüler werfen alle ihr Handy weg, stampfen ihre Playstation ein und sagen Mutti das sie ab sofort ihren Allerwertesten zu Fuß zur Schule und ins Kino bewegen. Dann haben sie schon sehr viel fürs Klima getan

  • 38 Marcel B 20.01.2019, 09:02 Uhr

    Ich finde egal um welches politische oder gesellschaftliche Thema es geht sollten Kinder konsequent raus gehalten werden. Sie können sich in diesem Alter keine objektive Meinung bilden, sie spiegeln ausschließlich die Meinung derer wieder, die sie dazu angestachelt haben. Wer beauptet, dass sie nicht instrumentalisiert werden um den Anstachlern mehr gehör zu verschaffen ist ein Narr und der WDR unterstützt dies auch noch. Liebe Redakteure und sonstige Mitwirkende des WDRs, haben sie sich dabei nicht einmal die Frage gestellt, warum Kinder nicht wählen gehen dürfen? Hätten sie evtl. mal tun sollen! Sie werden von Geldern der GEZ bezahlt, wie wäre es dann zur Abwechslung mal Verantwortungsvoll zu handeln, als Gegenleistung für die Zwangsabgabe, die die Bürger der BRD aufbringen müssen? Wie wäre es überhaupt mal wieder zum klassischen ausschließlich faktenbasierenden Journalismus ohne Meinungsbildendung und beeinflussung des Lesers und Zuschauers zurück zu kehren?

    Antworten (1)
    • Ben Pero K. 20.01.2019, 18:12 Uhr

      In welchem Jahrhundert Leben Sie eigentlich?! Es ist komplett irrsinnig zu sagen, dass Jugendliche sich keine eigene Meinung bilden können. Ach und falls es ihnen noch nicht klar war, Jugendliche im Alter von 16 Jahren dürfen durchaus an bestimmten Wahlen teilnehmen und die meisten Jugendlichen auf diesen Demos waren genau in diesem Alter! Aber sie sind ja leider in der Zeit hängen geblieben... Mit freundlichen Grüßen ein 17 Jahre ,,junger" Mann, der mit Leuten wie Ihnen ein großes Problem hat.

  • 37 Geodist 19.01.2019, 18:49 Uhr

    Ich begrüße es, dass sich junge Menschen auf demokratischen Weg, friedlich für ihre und unsere Zukunft einsetzten. Das die Demos in der Schulzeit stattfinden ist natürlich eine Provokation gegenüber Staat, Regierung und Schule. Aber ohne jegliche Provokation wird man heute ja nicht mehr ernst genommen oder nur belächelt. Es braucht eine gesellschaftliche Diskussion um den Umgang mit unserer Erde und den Ressorcen. Und wir müssen auch aufpassen, das der Frieden zwischen Alt und Jung in unserer Gesellschaft erhalten bleibt. Dazu braucht es Mut zu Provokation, Visionen und Wille zum Verzicht. Die Montagsdemonstranten in der DDR wurden anfangs auch nur belächelt und haben am Ende doch friedlich eine Diktatur gestürzt. Wir müssen auch die Diktatur des Marktes und ewigen Wirtschaftswachstums beenden. Sein wir also froh, dass diese jungen Menschen etwas verändern wollen.

  • 36 H-J Klingenstein 19.01.2019, 14:50 Uhr

    Wenn schon von den geschlechtsneutralen Studierenden die Rede ist, dann bitte auch von den Lernenden (Schülerinnen und Schülern)??

  • 35 Mario Nette 19.01.2019, 14:20 Uhr

    Erschreckend, äußerst erschreckend! sieht hier eigentlich keiner die Parallelen zum dritten Reich??? Hier werden Kinder, Schüler von einer "Klimareligion" instrumentalisiert das sich die Balken biegen. Außerdem ist schwer zu verstehen gegen was diese obskuren Demos eigentlich gerichtet waren. Klimawandel oder Umweltschutz. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Die Klimalobby ist bis heute den Beweis schuldig geblieben das Menschen mit der Erderwärmung überhaupt etwas zu tun haben. Zitat: "Klimawandel wird durch hunderte von Faktoren und Variablen bestimmt: und allein der bloße Gedanke, daß wir den Klimawandel vorhersagbar managen können, indem wir den einzig politisch gewählten Faktor Co2 verstehen und manipulieren ist so abwegig wie nur irgendwas. Das ist wissenschaftlicher Unsinn." Zitat Ende und ich bezweifel das dieser Kommentar überhaupt hier erscheinen wird.

    Antworten (2)
    • WDR.de 19.01.2019, 16:52 Uhr

      Hallo Mario Nette, generell halten wir Vergleiche mit dem dritten Reich nicht für geeignet, um die eigene Meinung zuzuspitzen. Mit dem Thema "Klimawandel" haben sich aber unsere Wissenschaftskollegen von Quarks ausgiebig beschäftigt. Hier findest du Informationen und Ergebnisse ihrer fachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema: https://www.quarks.de/umwelt/klimawandel/ Viele Grüße vom WDR Social-Media-Team

    • Bernhard Derks 19.01.2019, 18:16 Uhr

      Und, lieber WDR, liegen euch nicht auch die allgemein zugänglichen, sehr kritischen Abhandlungen diesbezüglich vor? Ich wäre sehr dafür, auch diese sehr interessanten Auffassungen des Themas aufzugreifen. Nein, ich bin bei weitem kein Symphatisant der AfD. Nur jemand, der gerne hinterfragt.

  • 34 Ludger Deinert 19.01.2019, 13:26 Uhr

    Ich begrüße es, dass Jugendliche an vielen Plätzen diese Aktion durchführen. Und ich finde es ermutigend, dass eine 16-jährige schwedische Schülerin den Anfang gemacht hat und die Aktion sich so verbreitet hat. Das ist ein Beispiel dafür, dass es sich doch lohnt, seine Überzeugungen zu zeigen. Das zu unterstützen, wäre pädagogisch wertvoll. Und es geht um eines der wichtigsten Themen unserer Zeit.

  • 33 Rentner 19.01.2019, 10:47 Uhr

    Jetzt kommen die klugen Sprüche von denen, die die Voraussetzungen für das geschaffen haben, wogegen diese Schüler demonstrieren. Die jungen Menschen müssen mit den Folgen der vermasselten Klimapolitik der vergangenen Jahrzehnte leben. Die Alten kommen noch einigermaßen ungeschoren davon.

  • 32 Petra 19.01.2019, 10:31 Uhr

    Liebe Schülerinnen und Schülern, ich kann euch nur bestärken. Macht weiter so. Aber bleibt friedlich u.sozial, das ist echte Stärke. Alle die in irgendeiner Form gegen euch steuern, sind Menschen, die nur an sich selbst denken, nichts ändern wollen u. Angst davor haben, dass diese Demonstrationen eine weltweite Größe annehmen können u. werden, die für Erwachsene beschämend sind. Ich verneige mich vor eurem Mut. Wir Erwachsenen lassen uns von der Politik u. Autoindustrie dermaßen über den Tisch ziehen. Entweder wird stillschweigend ein neues "klimafreundliche" Auto gekauft oder, die es sich finanziell erlauben können, führen einen Rechtsstreit. Aber damit sind die Probleme nicht aus der Welt oder tatkräftig angepackt. Lasst euch nicht einschüchtern, wir/ ihr habt Menschenrechte und wenn nicht jetzt, wann dann!!??? Es ist an der Zeit was zu tun, unsere Kinder unterstützen. Sie sind das höchste Gut, dass WIR in diese Welt gesetzt haben. WIR MÜSSEN ALLE AUFSTEHEN.

  • 31 Waldtraut 19.01.2019, 10:08 Uhr

    Sehr gut, so sieht geliebte Demokratie aus! Macht weiter, laßt euch nicht durch Androhungen einschüchtern, es geht um unser aller Zukunft. Den Entscheidungsträgern muss der Wille der Bevölkerung zu mehr Klimaschutz in die Köpfe gehämmert werden, sonst kapieren die nichts. Zumal die meisten so alt sind, dass sie getrost sagen könnten " Nach uns die Sintflut". Bitter nur, das dieser alte Spruch ziemlich real geworden ist.

  • 30 Ralf Roth 19.01.2019, 09:27 Uhr

    Schade, dass sich dieser Artikel mehr mit den Konsequenzen des Schulschwänzens der Schüler, als mit den Konsequenzen der fortwährenden Zerstörung der Lebensgrundlage für die Schüler auseinandersetzt!

Weitere Themen