Schon vier Tote nach Unfällen mit Fahrrädern in Köln

Fahrradfahrer in Köln

Schon vier Tote nach Unfällen mit Fahrrädern in Köln

  • Vier Tote innerhalb von zweieinhalb Monaten
  • Stadt setzt auf Abbiege-Assistenten
  • ADFC kritisiert unklare Gesetze

In den ersten zweieinhalb Monaten dieses Jahres sind in Köln nach WDR-Informationen von Mittwoch (20.03.2019) bereits vier Radfahrer bei oder nach Unfällen im Straßenverkehr gestorben.

Der Negativtrend von 2018 setzt sich damit fort. Im vergangenen Jahr waren insgesamt acht Radfahrer wegen Unfällen gestorben, der höchste Stand seit zehn Jahren. 2017 waren es zwei und 2016 vier Tote.

Stadt rüstet Müllfahrzeuge nach

In der vergangenen Woche sind gleich zwei Radfahrer nach Verkehrsunfällen gestorben: Eine 48 Jahre alte Frau erlag am Samstag (16.03.2019) ihren schweren Verletzungen nach einem Unfall im Stadtteil Riehl. Sie war gegen einen überholenden Bus geprallt und gestürzt.

Am vergangenen Mittwoch (13.03.2019) war außerdem ein 63-Jähriger an den Folgen eines Unfalls gestorben. Der Mann war in Mülheim von einem linksabbiegenden Lastwagen überrollt worden. Der Lastwagenfahrer hatte angegeben, den Mann auf dem E-Bike nicht gesehen zu haben.

kleine schwarze Seitenkamera an AWB-Müllwagen

AWB-Müllwagen mit neuer Seitenkamera

Um solchen Unfällen in Zukunft besser vorbeugen zu können, lässt die Stadt etwa die Fahrzeuge der Abfallwirtschaftsbetriebe mit einem zusätzlichen Abbiege-Assistenten ausstatten. Er soll den Fahrern dabei helfen, einen Radfahrer oder Fußgänger im toten Winkel zu erkennen.

"Bei neuen Fahrzeugen sind die Assistenzsysteme ohnehin vorgesehen", berichtet Pressesprecher Wilfried Berf. "Bei älteren Fahrzeugen ist die Nachrüstung im Gange." Fünf der rund 200 Müllfahrzeuge hatten die AWB bereits testweise mit Abbiegesystemen ausgestattet.

ADFC findet Gesetzeslage zu unkonkret

Im Fall eines tödlichen Fahrradunfalls kommt eine Unfallkommission zusammen, die ermittelt, wie es zu dem Unfall kommen konnte. "Wir prüfen etwa, ob sich baulich an der Unfallstelle etwas verbessern lässt oder ob Verkehrsschilder richtig angebracht und gut einsehbar sind", sagt Pressesprecher Jürgen Müllenberg.

Radunfall in Hürth

Ein Unfall mit einem Fahrrad in Hürth

Der ADFC hingegen appelliert an alle Verkehrsteilnehmer mehr Rücksicht aufeinander zu nehmen. Auch kritisiert Sprecher Christoph Schmidt, dass es keine klar gesetzliche Regelung für einen Mindestabstand beim Überholen von Radfahrern gebe. "Die Gesetzeslage ist uns einfach zu unkonkret."

Stand: 20.03.2019, 09:56