Polizei verwechselt Schildkrötenart – Amt für Artenschutz ermittelt

Polizei in Troisdorf setzt eine gerettete Schildkröte in Gewässer aus

Polizei verwechselt Schildkrötenart – Amt für Artenschutz ermittelt

  • Polizisten retten Schildkröte
  • Einsatzkräfte schätzen Tierart falsch ein
  • Amt für Artenschutz ermittelt

Feuerwehr oder Polizei zeigen ein Herz für Tiere. Immer wieder kommt es vor, dass Einsatzkräfte Katzen von Bäumen und Dächern oder Hunde aus Höhlen holen. Am Mittwoch (12.06.2019) eilten Polizisten in Troisdorf einer Schildkröte zu Hilfe, die einen Kreisverkehr überqueren wollte. Doch die Rettungsaktion mündete in ein Ermittlungsverfahren - gegen die Polizisten.

Es fing damit an, dass eine Frau das Tier auf der Straße entdeckt und die Autos angehalten hatte. Alarmierte Polizisten fingen die Schildkröte ein. Ein Spaziergänger gab den Beamten den Hinweis, dass es sich bei dem Reptil um eine europäische Sumpfschildkröte aus dem Rotter See handele. Die Einsatzkräfte fanden das überzeugend: Noch am gleichen Tag setzten sie das Tier an diesem nahegelegenen Gewässer aus.

Beschwerden in den sozialen Netzwerken

Das erboste Anwohner in den sozialen Netzwerken. Bei dem Tier handele es sich nicht um eine harmlose Schildkrötenart. Vielmehr sei es eine Rotbauch-Schmuckschildkröte, die die Artenvielfalt am Rotter See beeinträchtigen könnte.

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Die Polizei kontaktierte daraufhin Experten. Einer von ihnen ist Dennis Rödder vom Museum König in Bonn. Rödder geht davon aus, dass es sich bei dem Reptil um eine Schmuckschildkröte aus Nordamerika handelt. "Die Kopf-Streifen sind sehr eindeutig. Und vor allen Dingen die Bauchpanzerzeichnung", sagte Rödder dem WDR.

Polizei räumt Fehler ein

Inzwischen ermittelt das Amt für Artenschutz gegen die Troisdorfer Polizisten wegen einer Ordnungswidrigkeit. Stefan Birk, Sprecher der Polizei im Rhein-Sieg-Kreis, gab sich am Donnerstag (13.06.2019) zerknirscht und sprach von einem "Fehler". Die Einsatzkräfte hätten das Tier falsch bewertet. "Das Tier lag uns am Herzen. Wir wollten es retten. Eine Tierauffangstation wäre die bessere Lösung gewesen", so Birk.

Stand: 13.06.2019, 19:08

Kommentare zum Thema

7 Kommentare

  • 7 U. Dietz 14.06.2019, 21:06 Uhr

    Wie bekloppt ist das,??? Die Polizisten wollten helfen und von mir ein dickes Dankeschön!!! Schildkröten sind eine vielfältige Spezies. Die Schildkröte ist nicht gestorben. Hatte selbst einmal ein negativesErlebnis mit einer kleinen Elster.

  • 6 Carsten Mohr 14.06.2019, 13:32 Uhr

    Wo gehobelt wird, fallen Späne. Die Polizei/Feuerwehr hat alles, wie schon gesagt, zum Wohle des Tieres getan. Jetzt draufhauen ist unfair und mündet doch nur in zukünftige Verweigerungshaltung zu helfen.

  • 5 Julia 14.06.2019, 13:23 Uhr

    Mein persönliches Rechtsempfinden bewertet die drohende Ordnungswidrigkeits-Ermittlung gegen die beteiligten Polizisten als zu drastisch. Fehler können vorkommen. Die Beamten werden daraus lernen, zumal Sie ja als Erstes das Wohl des Tieres im Fokus hatten. Man sollte das Tier mit vereinten Kräften suchen und finden und an einen Ort verbringen, an dem es kein Ökosystem gefährden und sich dennoch wohlfühlen kann. Damit wäre für mich die Sache zufriedenstellend erledigt.

  • 4 Yasin 14.06.2019, 13:21 Uhr

    Da zeigt man schon Herz und dann ein Verfahren gegen einen. Sehr schlau Tierschützer, das sorgt bestimmt dafür, dass man genauso gerne immer wieder einem Tier hilft ?? Menschen sollten aufhören, die Natur so formen zu wollen, wie es ihnen passt, wenn die Schildkröte nun jetzt in dem See ist, dann ist es so passiert und wenn sich das Ökosystem dann verändert, dann ist es halt so, so funktioniert die natürliche Entwicklung. Nur ist es in diesem Fall jetzt so, dass die Schildkröte durch Menschenhand dort hin kam und da liegt eben der Fehler, Menschen können mit ihrer Regulierung der Natur viel mehr ausrichten als die Natur, denn die Natur Brauch eine mäßige Zeit dafür, deswegen sollte Menschen nicht überall hinschauen und dort eingreifen, wo neue Arten das Ökosystem verändern, das ist natürlich und so soll es sein. Stattdessen sollte es keine Eingriffe der Menschen in die Natur geben. Ein gutes Beispiel dafür ist das Schießen von Tieren, die Bäume bedrohen und das wird als gut dargestellt

  • 3 Yasin 14.06.2019, 13:19 Uhr

    Dieser Kommentar wurde mehrfach abgegeben und daher an dieser Stelle gesperrt. (die Redaktion)

  • 2 Elke 14.06.2019, 13:17 Uhr

    Ich finde es ein Unding das jetzt auf den Polizisten "rum gehauen" wird. Habe diese Menschen nichts besseres zu tun. Ich finde es super, das die Polizei sie so viel Mühe gegeben hat und für ein Tier erst raus gekommen ist. Hut ab und weiter so kann ich dazu nur sagen. Und anstatt auf die Polizei zu schimpfen lieber mal Hirn einschalten und überlegen, wo dieses Tierchen überhaupt her gekommen ist.

  • 1 W.Aarts, Mönchengladbach 14.06.2019, 12:11 Uhr

    Anstatt den Polizisten auf die "Pelle" zu rücken, müsste man sich fragen wie diese Art von Schildkröte frei rumlaufen kann, wo kommt dieses Tier her ? Wer hat dieses schnelle Tier ausbücksen lassen. Die Polizisten haben ihr bestes getan, sie waren nicht die Experten, sie würden beraten durch einen"Experten" und jetzt wird gegen die Polizisten ermittelt...wie schief kann die Welt drehen. Gefährder dürfen frei rumlaufen während Polizisten, Feuerwehrleute werden während ihren Einsatz bespuckt werden. Diejenige die sich jetzt beschweren über das Benehmen von andern sollen sich mal an ihre eigene Nase fassen, die sollten mal die positive Seiten des Lebens sehen und nicht negatives suchen.