Bonner Polizist nach Schießunfall verstorben

Das Bild zeigt einen Polizeibeamten in Uniform

Bonner Polizist nach Schießunfall verstorben

Von Jochen Hilgers

  • Kollege verwechselte möglicherweise Übungs- und Dienstwaffe
  • Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung
  • Tiefe Trauer bei der Bonner Polizei

Der bei einem Schießunfall vor zwei Wochen schwer verletzte Bonner Polizist ist am Montagabend (10.12.2018) verstorben. Das teilte die Kölner Polizei mit. Der 23-Jährige war im Einsatztraining von einem Kollegen durch einen Schuss in den Hals schwer verletzt worden, konnte aber zunächst reanimiert werden.

Innenminister Herbert Reul zeigte sich am Dienstag (11.12.2018) betroffen: „Der viel zu frühe Tod des 23-jährigen Polizeikommissars erfüllt mich mit tiefer Trauer. Ich bin in Gedanken bei der Familie, den Freunden und den Kollegen des Beamten." Die nordrhein-westfälische Polizeifamilie werde sein Andenken bewahren.

Große Trauer im Bonner Polizeipräsidium

Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa mit Kollegen vor einem Polizeiaufsteller im Interview

Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa mit Kollegen im Interview

Die 13-Hundertschaft, der das Opfer angehörte, reagierte schockiert. Die Streifenwagen fahren mit Trauerflor an der Antenne. Die Fahnen vor dem Präsidium wehen auf Halbmast. In einem Raum der Stille können Kollegen innehalten und des 23-Jährigen gedenken. Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa erinnerte daran, dass er aus einer Polizistenfamilie stammt. Der Familie sagte Brohl-Sowa alle erdenkliche Unterstützung zu.

Möglicherweise Übungs- und Dienstwaffe verwechselt

Kurz vor einer taktischen Einsatzübung zum Bereich "Amok" hatte ein 22-jähriger Polizist seinem ein Jahr älteren Kollegen vor genau zwei Wochen womöglich unabsichtlich in den Hals geschossen. Möglicherweise hatte er die rote Übungswaffe mit seiner Dienstpistole verwechselt. Nach WDR-Informationen hätte der Schütze die scharfe Pistole bei der Übung gar nicht bei sich haben dürfen.

Ermittlungen wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung

Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt seit heute gegen den Schützen wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung. Der 22-jährige Schütze ist nach Aussage seines Anwalts derzeit dienstunfähig und äußert sich nicht zum Geschehen.

Die Beamten der 13- Hundertschaft, der das Opfer angehörte, haben aktuell die Möglichkeit, sich vom Dienst befreien zu lassen. Laut dem Hundertschaftsführer Stefan Heinz haben mehrere Beamte bereits psychologische Hilfe angefordert. Der Vorfall mit tödlichem Ausgang ist einer der gravierensten Vorkommnisse in der Geschichte der Bonner Polizei.

Stand: 11.12.2018, 13:52

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