Wuppertaler Schaeffler-Mitarbeiter protestieren gegen Werksschließung

Proteste bei Schaeffler in Wuppertal 00:45 Min. Verfügbar bis 17.09.2021

Wuppertaler Schaeffler-Mitarbeiter protestieren gegen Werksschließung

Nachdem der Industriezulieferer Schaeffler die Schließung des Werks angekündigt hat, haben rund 900 Mitarbeiter in Wuppertal für den Erhalt des Standorts protestiert.

Rund 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Schaeffler-Werks in Wuppertal haben am Mittwoch (16.09.2020) in Wuppertal für den Erhalt ihrer Jobs demonstriert. Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hatte vergangene Woche (09.09.2020) angekündigt, den Standort komplett zu schließen. Die IG-Metall hatte zu dem Protest aufgerufen.

Protestierende mit grünen und roten Luftballons versammeln sich auf der Straße.

Die Kundgebung auf dem Wuppertaler Werksgelände ist Teil eines bundesweiten Aktionstages an allen Schaeffler-Standorten. Clarissa Bader, Geschäftsführerin der IG Metall Wuppertal sagte zur Begründung: "Die Beschäftigten und die IG Metall akzeptieren eine mögliche Schließung des Werks in Wuppertal nicht. Darum werden wir morgen auf dem Aktionstag ein klares Signal ans Unternehmen senden: Die Beschäftigten wehren sich und fordern Perspektiven für ihre Zukunft!“

Protest auch an anderen Schaeffler-Standorten

Fabrikhalle

Zahlreiche Mitarbeiter des Automobil- und Industriezulieferers Schaeffler beteiligten sich am Protest gegen Pläne zum Personalabbau und zu Werksschließungen bei dem fränkischen Familienunternehmen. Am Standort Schweinfurt hätten sich rund 1500 Mitarbeiter an einer Protestveranstaltung beteiligt und am Firmensitz in Herzogenaurach hätten rund 200 Schaeffler-Beschäftigte an einem "Trauermarsch" teilgenommen, teilten Gewerkschafter der IG Metall mit. Am unterfränkischen Standort Eltmann seien mehrere Hundert Schaeffler-Mitarbeiter auf den Marktplatz gezogen. Neben Wuppertal gab es nach Auskunft der Gewerkschaft an vielen weiteren Standorten Demonstrationen, darunter Luckenwalde und Ingolstadt.

Bis 2022 sollen deutschlandweit rund 4.400 Jobs wegfallen

Die Aktionen richten sich gegen den Plan der Unternehmensleitung, bis Ende 2022 rund 4400 Arbeitsplätze abzubauen und auch ganze Werke zu schließen oder zum Verkauf anzubieten - darunter Eltmann, Luckenwalde und Wuppertal. Schaeffler kämpft wie viele andere Zulieferer mit der Strukturkrise im Automobilbau. Die Corona-Pandemie ließ das Unternehmen nun in die roten Zahlen rutschen.

Die IG Metall kritisierte am Mittwoch (15.09.2020), das Maßnahmenpaket ziele vor allem auf den eigentlich gut laufenden Industriebereich, weniger auf die Automotive-Sparte. "Ein Großteil der 4.400 Arbeitsplätze soll im Bereich Industrie abgebaut werden", sagte Thomas Höhn von der IG Metall in Schweinfurt. Das gilt auch für Wuppertal, denn dort wurden unter anderem Kugellager für Industrietechnik hergestellt. Das Werk gehört zu den größten Arbeitgebern im bergischen Land.

Familie Schaeffler auch bei Conti Großaktionär

Schaeffler-Werk in Wuppertal von außen

Die angedrohte Schließung des Wuppertaler Schaeffler Werks wäre nicht der einzige Schlag für den Industriestandort NRW. Am Dienstag (15.09.2020) hatte Continental angekündigt, die Produktion in Aachen aufzugeben. 1.800 Arbeitsplätze wären davon betroffen. Auch beim Conti-Konzern ist die Familie Schaeffler Großaktionär.

Stand: 17.09.2020, 14:20