Knötchen im Körper: Selbsthilfegruppe Sarkoidose

Knötchen im Körper - Wuppertaler Selbsthilfegruppe Sarkoidose Lokalzeit2go - Bergisches Land 18.02.2019 03:19 Min. Verfügbar bis 18.02.2020 WDR Wuppertal

Knötchen im Körper: Selbsthilfegruppe Sarkoidose

  • Gewebeknötchen könnten auf Sarkoidose hinweisen
  • Netzwerk in Wuppertal hilft Betroffenen
  • Ursache der Erkrankung ist noch nicht erforscht

Stefan Möller leidet an Sarkoidose. Durch eine Entzündung im Körper bilden sich kleine Knötchen im Gewebe, die theoretisch alle Organe befallen können. Bei Stefan Möller ist die Lunge betroffen, wie bei mehr als 90 Prozent der Patienten. Die Ursache ist bislang unklar. Etwa 50.000 Menschen leiden in Deutschland an dieser seltenen Krankheit. Doch die Dunkelziffer könnte noch höher sein.

Leistungsschwäche und Atemnot

Eine Broschüre vom Sarkoidose-Netzwerk e.V.

Am Helios Klinikum in Wuppertal gibt es seit fünf Jahren eine Selbsthilfegruppe, die sich dafür einsetzt, die Krankheit bekannter zu machen. Bei Stefan Möller wurde die Erkrankung nur durch Zufall vor 16 Jahren nach einem Autounfall entdeckt. Leistungsschwäche, Konzentrationsschwierigkeiten, Atemnot und Reizhusten sind seine ständigen Begleiter. "Ich kann nicht mehr jede Wegstrecke gehen. Auch im Haushalt muss ich mich soweit bewegen, wie ich es kann. Bücken oder Arbeiten über Kopf geht gar nicht mehr", erzählt Stefan Möller. "Selbst das Anziehen der Socken ist schwierig."

Psychische Belastung für Patienten

Die Betroffenen sind aber nicht nur körperlich eingeschränkt, sagt Monia Geitz, die als Gruppenleiterin im Sarkoidose-Netzwerk mit vielen Patienten in Kontakt ist: "Die Krankheit ist oft auch eine psychische Belastung für die Patienten, weil man ihnen die Krankheit überhaupt nicht ansieht. Damit kämpfen viele, dass die Sarkoidose sozial nicht anerkannt ist."

Das Chamäleon der inneren Medizin

Eine bildhafte Darstellung von Sarkoidose

Und die Krankheit tritt bei jedem Patienten anders auf. Manche haben überhaupt keine Symptome, andere sind schwer krank. Deshalb nennt man die Sarkoidose auch das Chamäleon der inneren Medizin, erklärt Professor Kurt Rasche, Chefarzt der Pneumologie am Wuppertaler Helios Klinikum: "Ein weiteres Problem der Sarkoidose ist, dass verschiedene Organsysteme beteiligt sein können und deshalb auch Symptome von verschiedenen Organen kommen: Vom Herzen, dem Nervensystem, der Leber oder den Augen. Deswegen ist sie auch so schwer zu erkennen."

Ursache ist noch nicht erforscht

Bei der Lunge können geschwollene Lymphknoten im Röntgenbild ein Hinweis sein. Noch deutlicher macht es eine Computertomographie. Auch ein Lungenfunktionstest ist wichtig. Ist die Diagnose gesichert, muss jeder Patient ganz individuell behandelt werden, je nach Organbeteiligung und Symptomen. 50 Prozent der Fälle heilen ohne Behandlung ab, alle anderen Patienten müssen behandelt werden, zum Beispiel mit Cortison. So macht es auch Stefan Möller, um seine chronische Sarkoidose in Schach zu halten. Er wünscht sich, dass endlich die Ursache der Krankheit erforscht wird. So könnte ein Medikament entwickelt werden, um sie zu heilen.

Stand: 18.02.2019, 13:50