Noch 25 Jahre Kerosinsee unter Wesselinger Shell-Raffinerie

Noch 25 Jahre Kerosinsee unter Wesselinger Shell-Raffinerie

Von Oliver Köhler

  • Sanierungsplan liegt in der Raffinerie aus
  • Bürger sollen Anregungen direkt an Shell senden
  • Bis heute nur ein Drittel des Treibstoffs beseitigt

Nach Angaben des Ölkonzerns Shell wird es noch 25 Jahre dauern, den Kerosin-Schaden in Wesseling zu beseitigen. Dort waren vor sieben Jahren mehr als eine Million Liter Treibstoff in das Erdreich gelaufen. Von Montag (28.01.2019) an können Bürger den Sanierungsplan einsehen und dazu Stellung nehmen.

Leck-Kerosinsee

Das Kerosin schwimmt auf der grundwasserführenden Schicht

Laut Kölner Bezirksregierung sollen Anregungen von Anwohnern im Sanierungsplan berücksichtigt werden. Die Reinigung des Bodens läuft bereits seit Mitte 2012. Umweltverbände wundern sich deshalb, dass die Bezirksregierung erst jetzt die Öffentlichkeit beteiligt. Der BUND kritisiert auch, dass der Sanierungsplan nicht wie sonst bei solchen Verfahren im Wesselinger Rathaus  ausliegt, sondern in der Shell-Raffinerie. Außerdem sollen Bürger ihre Anregungen und Bedenken nicht an die Bezirksregierung, sondern direkt an Shell schicken. Bis heute hat Shell nur etwa ein Drittel des Kerosins aus dem Boden geholt.

 Wesseling - "Kerosin-See"

Arbeiter verlegen Leitungen zum Abpumpen des Kerosins

Die Pumpen, die Shell nach der Entdeckung des Kersosin-Lecks installiert hatte, fördern schon seit Monaten kein belastetes Grundwasser mehr. Der größte Teil des Kersosins klebt an Sand und Kies im Untergrund und kann deshalb mit Pumpen nicht aus dem Boden geholt werden.

Nun sollen Bakterien das Ölprodukt im Boden zersetzen. Shell lässt Sauerstoff in das belastete Erdreich pumpen. Das soll dazu führen, dass die natürlicherweise im Boden vorkommenden Bakterien sich rasch vermehren können. Pro Tag sollen die Mikroorganismen etwa 80 Liter Kerosin zersetzen. In 25 Jahren soll dann laut Shell keine Verschmutzung mehr im Boden nachweisbar sein.

Stand: 28.01.2019, 10:29