Düsseldorf verkauft Anteile an Sana-Kliniken

Düsseldorfer Rathaus

Düsseldorf verkauft Anteile an Sana-Kliniken

Von Peter Hild, Christina von Below

  • Teilverkauf der städtischen Anteile beschlossen
  • Kritiker befürchten schlechtere Versorgung
  • Protestaktion vor dem Rathaus

Der Düsseldorfer Stadtrat hat mit einer Mehrheit aus SPD, FDP und Grünen am Donnerstag (07.03.2019) beschlossen, einen Teil der städtischen Anteile an den Sana-Kliniken zu verkaufen.

Der Anteil der Stadt sinkt von 49 Prozent auf 25,1 Prozent. Durch den Verkauf nimmt die Stadt rund sieben Millionen Euro ein.

Sorge: Wird medizinische Versorgung schlechter?

Die CDU und die Gewerkschaft Verdi fürchten durch den Verkauf negative Folgen: Sana könne jetzt seine Geschäftspolitik ohne größere Widerstände durchsetzen, sagt Verdi-Sprecher Uwe Foullong: "Dadurch werden die Arbeitsbedingungen und die medizinische Versorgung schlechter werden."

Erfahrungen mit anderen Privatkliniken hätten gezeigt, dass diese sich dann auf lukrative Operationen konzentrierten und weniger rentable Bereiche schließen. Am Standort in Gerresheim wurden bereits die Gynäkologie und im vergangenen Herbst die Geburtshilfe geschlossen.

SPD: Kein Mitspracherecht bei Entscheidungen

Die SPD will gemeinsam mit ihren Partnern im Düsseldorfer Rat die Anteile trotzdem verkaufen. Schon jetzt habe man trotz 49 Prozent der Anteile kein Mitspracherecht etwa bei der Bezahlung der Beschäftigten, argumentiert SPD-Fraktionschef Markus Raub.

Klinik bestreitet Schließungsabsichten

Die Geschäftsführung der Sana-Klinik bestreitet mögliche Absichten, weitere Bereiche schließen zu wollen. In einer Stellungnahme heißt es: "Wir sind und bleiben ein Grundversorger für die Menschen in Düsseldorf." Auch eine schlechtere Bezahlung der Mitarbeiter sei nicht geplant.

Der Betriebsrat befürchtet, dass mehr Personal eingespart wird. Vor der Ratssitzung protestierten Verdi und die Beschäftigten gegen die Verkaufspläne.

Stand: 07.03.2019, 22:18