Verdi kritisiert Ryanair für Einschnitte in Weeze

 Flugzeuge der irischen Airline Ryanair stehen auf dem Vorfeld des Flughafens Weeze.

Verdi kritisiert Ryanair für Einschnitte in Weeze

  • Ryanair reduziert Maschinen in Weeze
  • Standort Bremen wird geschlossen
  • Verdi spricht von "Vergeltungsschlägen"

Nach dem zweiten Streik von Ryanair-Beschäftigten in Deutschland vergangene Woche hat der irische Billigflieger nach Gewerkschaftsangaben die Schließung des Standorts Bremen zu Anfang November und eine Verkleinerung der Flotte in Weeze am Niederrhein angekündigt. In Weeze solle die Zahl der Flugzeuge von fünf auf drei reduziert werden, teilte die Gewerkschaft Verdi am Montag (01.10.2018) mit.

Verdi warf der Airline vor, die Verlegung sei "ein Vergeltungsschlag" für die jüngsten Streiks. "Wir fordern Ryanair auf, diese Entscheidung sofort zurückzunehmen und nicht die Existenz der Beschäftigten zu bedrohen", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. An beiden Standorten hätten sich viele Beschäftigte an den Warnstreiks beteiligt. Laut Verdi arbeiten in Bremen rund 90 Mitarbeiter für Ryanair.

Der Airport in Weeze rechnet im Winterflugplan mit einer Reduzierung des Angebots von Ryanair um etwa 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und um rund 25 Prozent gegenüber zur ursprünglichen Planung.

Ryanair senkt Geschäftserwartungen

Die Fluggesellschaft hatte zuvor ihre Geschäftserwartungen gesenkt - etwa weil Treibstoff teurer geworden ist. Die Streiks hätten zudem das Vertrauen der Kunden untergraben, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary. Am Freitag (28.09.2018) waren wegen der Ausstände bei Flugbegleitern und Piloten mindestens 250 Flüge ausgefallen.

Das fliegende Personal will höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen nach dem jeweiligen nationalen Recht erreichen. Laut O'Leary musste der Billigflieger weniger Buchungen für die Herbstferien und die Weihnachtssaison verkraften. Auch die Ticketpreise fielen niedriger aus als gedacht.

Stand: 01.10.2018, 17:29

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