Ryanair und Piloten einig: Noch Chancen für Hahn und Weeze

Ryanair-Flugzeuge auf dem Flughafen London-Stansted

Ryanair und Piloten einig: Noch Chancen für Hahn und Weeze

  • Ryanair und Piloten einig
  • Verbesserungen beim Kündigungsschutz
  • Chancen für Standorte Hahn und Weeze

Der Billigflieger Ryanair und seine deutschen Piloten haben sich weitgehend auf die vom Unternehmen verlangten Lohnkürzungen geeinigt. Das bestätigten am Dienstag (28.07.2020) das Unternehmen in Dublin und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) in Frankfurt.

Gewerkschaften bestreiten Zustimmung zu Lohnkürzungen

Damit steigen die Chancen, dass auch über den Winter hinweg Flugzeuge der irischen Fluglinie an den Standorten Frankfurt-Hahn, Weeze und Berlin-Tegel stationiert bleiben. Nach einer knappen Urabstimmung gegen die Ryanair-Vorschläge habe man die Situation neu bewertet, erklärte der Sprecher von der Vereinigung Cockpit, Janis Schmitt. In erneuten Verhandlungen über das Wochenende habe man dann Verbesserungen beim Kündigungsschutz erreicht.

So müsse Piloten bei einer Schließung ihrer Station nun zwingend eine Umstationierung angeboten werden. Ryanair-Chef Michael O'Leary hatte erklärt, dass 85 Prozent der Piloten und 75 Prozent der Flugbegleiter den vorübergehenden Kürzungen zugestimmt hätten. Das bestritten sowohl die VC sowie die für das Kabinenpersonal zuständige Gewerkschaft Verdi.

170 Piloten und 350 Flugbegleiter wären betroffen

Für die Flugbegleiter werde noch in dieser Woche weiterverhandelt, sagte eine Verdi-Sprecherin. Es gebe noch keinen Abschluss. Ryanair hatte intern mit der Schließung von deutschen Basen ihrer Tochter Malta Air gedroht, falls es keine Zustimmung gebe. Die Airline will die Stationsschließungen nun überdenken, von denen rund 170 Piloten und 350 Flugbegleiter betroffen wären.

Auch an anderen deutschen Basen hatte der Konzern von Personalüberhängen berichtet, zum Beispiel in Köln. Ryanair hat wie viele andere Fluggesellschaften stark unter der Corona-Krise gelitten. Im Juni 2020 verzeichnete das Unternehmen einen Rückgang der Passagierzahlen um 97 Prozent, gemessen am Vorjahreszeitraum. Da viele Staaten ihre Reisebeschränkungen gelockert haben, entspannte sich die Lage im Juli etwas. Mehrere Ryanair-Maschinen sind wieder am Himmel über Europa unterwegs: Die Fluggesellschaft wirbt im Kampf um Passagiere derzeit massiv mit besonders günstigen Angeboten.

Stand: 28.07.2020, 14:27