RWE verschiebt Rodungen im Hambacher Forst

Räumungsfahrzeug im Hambacher Forst

RWE verschiebt Rodungen im Hambacher Forst

  • RWE will Bäume erst nach dem 14. Oktober fällen
  • BUND begrüßt Zusage des Unternehmens
  • Gericht muss im Eilverfahren über Abholzung entscheiden

Der Energiekonzern RWE hat die geplanten Rodungen im Hambacher Forst um zwei Wochen verschoben. Das Unternehmen hat am Mittwoch (05.09.2018) nach Aufforderung durch das Oberverwaltungsgericht Münster eine Stillhaltezusage abgegeben. Damit sicherte RWE zu, nicht vor dem 14. Oktober 2018 mit den Rodungen für den Braunkohletagebau Hambach zu beginnen. Der BUND begrüßte die Zusage als einen ersten wichtigen Schritt in der Diskussion um die Zukunft des Hambacher Forstes.

Gericht hatte nach Zusage gefragt

Das Gericht hatte nach eigenen Angaben nach einer solchen Zusage gefragt, weil es verhindern will, dass im Hambacher Forst schon vor dem Beschluss Fakten geschaffen werden. Nach bisheriger Lage hätte RWE schon ab dem 1. Oktober mit dem Abholzen beginnen können. Die Richter in Münster müssen in einem Eilverfahren entscheiden, ob RWE für den Braunkohleabbau mehr als 100 Hektar des Waldes abholzen darf.

BUND will das Abholzen verhindern

Der Bund für Umwelt und Naturschutz will das Abholzen verhindern. Dirk Janssen vom BUND freute sich heute über den Zeitgewinn: "Wir sind optimistisch, weil wir die besseren Argumente haben. Insofern hoffen wir, dass es in diesem Jahr überhaupt keine Rodungen geben wird." Bis zur endgültigen Entscheidung würden die bürgerlichen Proteste weitergehen und erst dann aufhören, wenn RWE ganz auf die Rodungen verzichte, so Janssen.

Die Richter in der Vorinstanz hatten sich der Sichtweise des BUND nicht angeschlossen. Nach Ansicht des Verwaltungsgerichts Köln verstößt die geplante Rodung nicht gegen europäisches Naturschutzrecht.

Stand: 06.09.2018, 14:50