Aachen: Gelbwestenproteste der Rübenbauern

Rübenbauern demonstrieren für Chancengleichhheit in der EU

Aachen: Gelbwestenproteste der Rübenbauern

  • Gelbwestenproteste der Rübenbauern bei Aachen
  • Rheinische Landwirte fühlen sich benachteiligt
  • Staatliche Hilfen gefordert

In der Nähe von Aachen haben am Donnerstagmorgen (07.02.2019) rund 100 Rübenbauern für gleiche Bedingungen in der gesamten EU demonstriert. Sie fühlen sich gegenüber der europäischen Konkurrenz benachteiligt. Im Kern geht es um gleiche Chancen bei staatlichen Hilfen für alle Rübenbauern in der EU.

Staatliche Hilfen bei Ernteausfall für alle gefordert

Rübenbauern demonstrieren für Chancengleichhheit in der EU

Rübenbauern demonstrieren für Chancengleichhheit in der EU

Elf EU-Länder bezahlen ihren Bauern einen Ausgleich von bis zu 600 Euro pro Hektar, wenn der Preis für Rüben am Markt sehr niedrig ist. In Deutschland, und damit auch in der Städteregion Aachen und dem Kreis Düren gibt es keinen Cent.

Ungerecht ist aus Sicht der Gelbwesten-Demonstranten auch, dass sie bestimmte Pflanzenschutzmittel gegen Blattläuse nicht verwenden dürfen. Ihre Kollegen in der EU aber wohl. Das bedeutet erhebliche Ernteeinbußen durch Schädlingsbefall - in manchen Fällen spricht der Verband von rund 30 Prozent.

Fabrikschließungen möglich

Er rechnet vor, dass ein Rübenanbauer in Aachen oder Jülich im Jahr bis zu 20.000 Euro weniger verdient als im EU-Vergleich. Diese verzerrten Wettbewerbsbedingungen könnten dazu führen, dass in den nächsten Jahren 35 Prozent der Landwirte keine Zuckerrüben mehr anbauen.

Der Präsident des Rheinischen Rübenbauerverbandes, Bernhard Conzen, warnt auch vor der Schließung von Zuckerfabriken, wenn weniger Rüben angebaut werden. Beim Konkurrenten Südzucker sei das bereits der Fall. Dort würden im nächsten Jahr zwei Fabriken schließen. Der Standort Jülich, eine der modernsten Zuckerfabriken in Europa, soll aber langfristig gesichert sein.

Stand: 07.02.2019, 10:21