Ruderer aus Bergisch Gladbach will Atlantik überqueren

Ruderer aus Bergisch Gladbach will Atlantik überqueren

Von Hilde Braun

Der 25-jährige Bergisch Gladbacher Julen Sánchez will mit dem Ruderboot den Atlantik überqueren. Am Montagmittag ist er in Portimao in Portugal gestartet. Sein Ziel ist Florida.

Ruderer aus Bergisch Gladbach vor dem Start der Expedition

Ruderer Julen Sánchez aus Bergisch Gladbach

Zuvor hatte er bereits mit dem Fahrrad von Paris nach Portugal über 2.000 Kilometer zurückgelegt. Von Florida möchte er mit dem Fahrrad weitere tausende Kilometer nach Pittsburgh zurücklegen und so eine Brücke zwischen Europa und den USA "bauen."

Zeichen für Klimaschutz

Für die Atlantiküberquerung wird er vermutlich bis März 2022 brauchen und pro Tag schätzungsweise bis zu 8.000 Kalorien verbrauchen. Expeditionsnahrung wie Proteinriegel oder dehydriertes Essen, dass er mit Meerwasser aufbereitet, sollen ihn dabei versorgen. Eine Meerwasserentsalzungsanlage hat er dazu an Bord – die ihm auch ermöglicht das Meerwasser als Trinkwasser zu nutzen.

Kontakt zur Außenwelt

Das Ozeanruderboot hat eine wasserdichte Kabine, Solarpaneele und einen Notfallgenerator, der mit Wasserstoff betrieben werden kann. Es ist so konstruiert, dass es sich immer wieder aufrichtet. Sein Bruder, Emilio Sánchez, betreut ihn aus der Heimat täglich am Satellitentelefon. Darüber bekommt er auch die Wetterdaten von einem eigens dafür angestellten Wetterbeauftragten mitgeteilt, damit er eine optimale Route auf dem Meer wählen kann.

"Mein Bruder wird 8.000 Meilen auf dem Atlantik zurücklegen, indem er mit reiner Muskelkraft rudert. Das soll darauf aufmerksam machen, was alles möglich ist ohne Emissionen auszustoßen. Die Klimakrise ist extrem groß und scheint unmöglich und genauso scheint es auch unmöglich, den Atlantik nur mit Rudern zu überqueren."
Emilio Sánchez

Vorbereitung auf die Reise

Julen Sánchez hat vor seiner Reise täglich an einer Rudermaschine trainiert. Er ist studierter Psychologe und möchte seine Klimaschutztour auch als mentales Training nutzen und herausfinden, wie es sich anfühlt bis an seine Grenzen zu gehen. An die wird er mit Sicherheit kommen: Vier Stunden Schlaf plant er pro Nacht um nicht abzutreiben. Dabei soll ein Wasseranker helfen, zwei Schlaf Stunden versucht er zusätzlich am Tag zu bekommen.

Dass er gerade im November startet ist Absicht, es ist eine Zeit in der die sogenannten Passatwinde Richtung Karibik gehen und ihn nicht nach Europa zurücktreiben. Im Januar wird er ganz alleine seinen 26. Geburtstag mitten im Atlantik verbringen.

Expeditionsroute über den Atlantik auf einer Google Earth-Karte

Expeditionsroute über den Atlantik von Portugal nach Florida

Mehr Infos über das Projekt sind auf der Webseite www.zerow-emission.org und auf dem Instagram-Kanal @zerow-emission zu finden.

Stand: 30.11.2021, 17:38