Aquädukt-Reste in Aachen gefunden

Aquädukt-Reste in Aachen gefunden 02:42 Min. Verfügbar bis 05.12.2020

Aquädukt-Reste in Aachen gefunden

Von Silvia Andler

  • Fund ist eine archäologische Sensation
  • Wasser für römische Thermen und Haushalte
  • Zeugnis römischer Ingenieurskunst

Während Kanalarbeiten in der Lothringer Straße in Aachen haben Archäologen ein Teilstück eines Aquädukts entdeckt. Die römische Wasserleitung wurde circa 100 Jahre nach Christus gebaut, das hat am Donnerstag (05.12.2019) die Stadt Aachen in einer Pressekonferenz bekannt gegeben.

Beweis für Know How römischer Ingenieure

Eine u-förmige Rille aus rotem Ziegel und Bruchstein. Sie liegt vier bis fünf Meter tief in der Erde und ist laut Aachener Archäologe Andreas Schaub ein bemerkenswerter Beweis für römische Ingenieurskunst. Die Leitung ist nicht nur in massiver Weise gebaut worden, sondern auch exakt vermessen. Dieses Know How hatte damals das Militär. Sie hatten Ingenieure, die sich auskannten und genügend Männer, die sie bauen konnten.

Frischwasser für die römischen Thermen

Andreas Schaub mit Archäologen an der Fundstelle

Andreas Schaub mit Archäologen an der Fundstelle

Beauftragt hatte sie Kaiser Trajan. Etwa 100 Jahre nach Christus war die Leitung über eine Länge von knapp 2 Kilometern gebaut worden. Auf diesem Weg wurde Frischwasser von Burtscheid nach Aachen transportiert. Der Startpunkt der Leitung lag beim heutigen Schwertbad im Kurviertel. Dort wurde der „Wurm“-Bach abgezweigt und unterirdisch bis zum heutigen Elisabethbad geleitet. Mit dem Wasser wurden die damaligen Heilbäder unter dem heutigen Dom gespeist. Aber auch Privathaushalte im Westen der Stadt sind vermutlich mit dem Wasser aus der Leitung versorgt worden.

Es ist das erste Mal seit vielen Jahrzehnten, dass die antike Leitung bei Grabungen wieder entdeckt worden ist. Bekannt ist der Aquädukt seit dem 19. Jahrhundert. In den 1980er Jahren stieß man bei Bauarbeiten schon einmal an anderer Stelle auf die Wasserleitung. Mit dem jetzt gefundenen Teilstück haben die Archäologen neue Erkenntnisse über den Verlauf der Leitung gewonnen.

Stand: 05.12.2019, 19:27

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