Einsatzkräfte nach der Räumungsaktion im Osterholz

Räumung im Wuppertaler Osterholz abgeschlossen

Stand: 27.01.2022, 16:39 Uhr

Die Polizei in Wuppertal hat am Donnerstag die Räumung eines Protestcamps von Umweltaktivisten im Waldgebiet Osterholz abgeschlossen. Sie führte während der dreitägigen Räumungsaktion insgesamt 25 Personen aus den Bäumen.

Sechs Aktivisten mussten nach einer Nacht im Wald mit Unterkühlungen von Rettungskräften behandelt und zum Teil ins Krankenhaus gebracht werden. Alle Holzkonstruktionen und Baumhäuser seien aus den Bäumen entfernt worden. Ein Teil der Aktivisten sei weiterhin in Polizeigewahrsam, um die Identität festzustellen.

Räumung Osterholz beendet

Lokalzeit2go - Bergisches Land 27.01.2022 00:28 Min. Verfügbar bis 27.01.2023 WDR Wuppertal Von Rosenkranz, Helge


Nach der Räumung des Waldgebietes Osterholz hat die Polizei gegen acht Personen Strafanzeige erstattet. Mehrere Protestierende sollen Gegenstände nach Polizisten geworfen, einer habe sich den Beamten widersetzt. Nachdem der Besitzer des Waldstückes einen Zaun aufgestellt hatte, sollen sich vier Personen weiterhin auf dem umgrenzten Gelände aufgehalten haben. Das werten die Ermittler als Hausfriedensbruch.

Bei einer Mahnwache hatten am Dienstagabend etwa 350 Teilnehmer gegen die Rodung im Osterholz protestiert.

Aktivisten werden aus Baumhäusern geholt

Die erste Einheit der Wuppertaler Bereitschaftspolizei war am frühen Dienstagmorgen am Osterholz an der Stadtgrenze zu Haan eingetroffen, ausgerüstet mit Schilden, Helmen und Schlagstöcken. Nachdem Barrikaden geräumt wurden, hatten Kletterer der Polizei damit begonnen, die ersten Besetzer aus Baumhäusern zu holen. Einige Aktivisten harrten schon seit Monaten dort aus, um die Rodung von etwa 1.500 Bäumen auf gut fünf Hektar Wald zu verhindern.

Bezirksregierung hat die Rodung genehmigt

Polizei läuft durchs Osterholz

Die Polizei beginnt mit der Räumung

Eigentümer des besetzten Waldstücks sind die Kalkwerke Oetelshofen. Das Unternehmen will die Fläche nutzen, um Lehm, Sand und anderes Erdreich dort abzukippen. Umweltschützer protestieren seit Jahren dagegen. Die Bezirksregierung hat die Pläne allerdings genehmigt.

"Fridays for Future" fordert gewaltfreies Vorgehen

Polizei läuft durchs Osterholz

Die Baumbesetzer:innen harren schon seit Monaten aus

Die Klima-Initiative "Fridays for Future" hat die geplante Rodung des Osterholz als Skandal bezeichnet. Gesunde Mischwälder seien enorm wichtig im Kampf um die Klimakrise. Im Vorfeld der Räumung hatte "Fridays for Future" an alle Beteiligten appelliert, gewaltfrei vorzugehen. Vorgänge wie im Hambacher Forst dürften sich nicht wiederholen.