Tumulte bei Prozess gegen christliche Rockergang

Selbsternannter Apostel wegen versuchten Totschlags vor Gericht

Tumulte bei Prozess gegen christliche Rockergang

Von Martin Höke

  • Christliche Rocker vor Gericht
  • Sie wollten anderen Rocker erschießen
  • Tumult am Rande des Prozesses

Vor dem Landgericht Düsseldorf müssen sich seit Freitag (31.05.2019) vier Mitglieder einer christlichen Rockergang verantworten. Sie sollen versucht haben, ein Mitglied einer anderen Rockergruppe zu töten. Anlass soll ein Glaubensstreit gewesen sein. Im Anschluss an die Verhandlung kam es im Flur des Düsseldorfer Landgerichts zu Tumulten.

Bei der Auseinandersetzung soll der Bruder des Hauptangeklagten einen anderen Zuschauer lautstark attackiert und versucht haben, diesem einen Kopfstoß zu versetzen. Auf Nachfrage des WDR gab der Bruder an, der Zuschauer habe ihn provoziert. Zudem verbreite dieser Lügen über seinen Bruder.

Anklage wegen versuchten Totschlags

Die Anklage wirft dem 36-jährigen türkischen Konvertiten und den drei mitangeklagten Rockern aus dem Schwarzwald versuchten Totschlag vor. Im Streit um Glaubensfragen und Reue sollen sie Ende August 2018  in unmittelbarer Nähe des NRW-Justizministeriums und der Düsseldorfer Johanneskirche versucht haben, einen Rocker einer anderen Gang zu töten.

Laut Anklage soll der Hauptangeklagte drei Mal versucht haben, mit einer scharfen Pistole auf sein Opfer zu schießen. Doch die Waffe hatte Ladehemmung. Daraufhin wurde das Opfer von den anderen mit Reizgas beschossen und mit einem Messer lebensgefährlich verletzt.

Hauptangeklagte konvertierte zum Christentum

Der Hauptangeklagte ist in Süddeutschland auch als "Rockerapostel" bekannt. Dort war er knapp 10 Jahre im Gefängnis und ist vom Islam zum Christentum konvertiert. Der Prozess wird in drei Wochen fortgesetzt. Bis Ende August sind dafür zunächst 14 Verhandlungstage angesetzt.

Stand: 31.05.2019, 13:13

Weitere Themen