Sechs Jahre Haft für selbsternannte Rocker-Apostel

31.05.2019, Düsseldorf: Der Hauptangeklagte (hinten M, blaue Jacke) und drei weitere Angeklagte, die ihre Gesichter bedecken, sitzen im Landgericht auf der Anklagebank.

Sechs Jahre Haft für selbsternannte Rocker-Apostel

  • Mehrjährige Haftstrafen für Rocker
  • Eskalierter Glaubensstreit
  • Vorfall von August 2018

Das Landgericht Düsseldorf hat am Dienstag (16.07.2019) vier Mitglieder der christlichen Rockergang "True Life" wegen gefährlicher Körperverletzung zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Zwei Mal Sechs, zwei Mal drei Jahre Haft

Der Hauptangeklagte muss für sechs Jahre ins Gefängnis. Ein Mitangeklagter ist ebenfalls zu sechs Jahren verurteilt worden, die anderen beiden zu jeweils drei Jahren.

Die Männer waren angeklagt, vor der Düsseldorfer Johanneskirche ein Mitglied der "Black Jackets" lebensgefährlich verletzt zu haben.

Täter setzten Pistole, Reizgas und Messer ein

Die Angeklagten und das Opfer sagten vor Gericht aus, dass sie in der Tatnacht Ende August 2018 lediglich einen Glaubensstreit klären wollten. Dem glaubte das Gericht angesichts der mitgebrachten und verwendeten Waffen nicht.

Der Hauptangeklagte versuchte drei Mal mit einer Pistole zu schießen, doch die Waffe lud nicht. Ein Mitangeklagter griff das Opfer mit Reizgas an und ein anderer stach mit einem Messer zu.

Konvertit und "Rockerchef"

Der Hauptangeklagte war nach langer Haft vom Islam zum Christentum konvertiert. 2014 erschien sein Buch über den Wandel vom Rockerchef zum Jesus-Jünger.

Stand: 16.07.2019, 17:21