Rizin-Prozess: Mutmaßlicher Kölner Bombenbauer schon in Tunesien unter Verdacht

Angeklagter verdeckt sein Gesicht, wird von der Polizei begleitet

Rizin-Prozess: Mutmaßlicher Kölner Bombenbauer schon in Tunesien unter Verdacht

  • Mutmaßlicher Kölner Bombenbauer 2015 im Visier tunesischer Behörden
  • Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft
  • Laut Gutachten bis zu 100 Todesopfer möglich

Der mutmaßliche Rizin-Bombenbauer von Köln soll bereits vor vier Jahren in Tunesien unter Terrorverdacht gestanden haben. So sei er bereits 2015 als mutmaßlicher IS-Terrorist verhört und nach einem Anschlag auf den Bus der tunesischen Präsidentengarde für drei Tage festgenommen worden, berichtete eine Beamtin des Bundeskriminalamts am Freitag (14.06.2019) als Zeugin im Prozess vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht.

Bis zu 15 Jahre Haft

In dem Prozess geht es um den geplanten ersten Terroranschlag mit einem biologischen Kampfstoff in Deutschland. Der 30 Jahre alte Tunesier und seine 43 Jahre alte deutsche Ehefrau sollen 2018 den Anschlag mit einer Bombe und dem hochgiftigen Rizin vorbereitet haben. Beiden Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft. Der Rizin-Anschlag hätte laut Gutachten bis zu 100 Todesopfer zur Folge gehabt.

Laut Zeugen IS-Sympathisanten

Bei der Herstellung des Supergifts Rizin habe sich der Angeklagte über den Messengerdienst Telegram anleiten lassen, berichtete die BKA-Beamtin. Auf dem Handy der Ehefrau seien Enthauptungsvideos und eine Anleitung zum Bau von Sprengladungen entdeckt worden.

Eine Nachbarin habe ausgesagt, die 43 Jahre alte Angeklagte habe es als ihre Pflicht bezeichnet, nach Syrien auszureisen. Sie habe Sympathien für die Terrorgruppe Islamischer Staat gezeigt und zu ihrem Sohn gesagt: "Wenn du mal groß bist, wirst du auch ein Attentäter und kannst dich in die Luft sprengen."

Stand: 14.06.2019, 15:00