Rizin-Bombe: Anklage gegen mutmaßlichen Täter erhoben

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Rizin-Bombe: Anklage gegen mutmaßlichen Täter erhoben

  • Klage gegen mutmaßlichen Rizin-Bombenbauer
  • Festnahme im Juni 2018
  • Kontakt zur Terrororganisation Islamischer Staat

Der mutmaßliche Kölner Rizin-Bombenbauer wird wegen einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat angeklagt. Das hat ein Sprecher des Düsseldorfer Oberlandesgerichts dem WDR am Mittwoch (06.03.2019) bestätigt. Der Tunesier soll einen Anschlag geplant haben.

Verdächtiger wollte Bombe "an einem geschlossenen und belebten Ort" zünden

Die Polizei hatte den Bombenbauer Mitte Juni 2018 festgenommen, seine deutsche Ehefrau Ende Juli. Auch sie sitzt in Untersuchungshaft, weil sie ihn unterstützt haben soll. Ermittlungen ergaben, dass der Tatverdächtige vorhatte, eine mit dem hochgiftigen Bio-Kampfstoff Rizin präparierte Splitterladung "an einem geschlossenen und belebten Ort" zu zünden, wie es im August hieß.

Unklar war damals laut Bundesanwaltschaft, ob der Tunesier schon ein konkretes Ziel ausgemacht hatte. Sief Allah H. sei aber spätestens seit dem Frühjahr 2018 entschlossen gewesen, in Deutschland einen Anschlag zu verüben. Der zum Zeitpunkt seiner Verhaftung 29-Jährige hatte Kontakte zur Terrororganisation Islamischer Staat (IS).

84,3 Milligramm Rizin produziert

Der Prozess soll vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf stattfinden – einen Termin gibt es noch nicht. Der Bombenbauer hatte sich bereits weit mehr als 3.000 Rizinussamen besorgt. Daraus produzierte er 84,3 Milligramm Rizin. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm auch die vorsätzliche Herstellung biologischer Waffen vor.

Stand: 06.03.2019, 09:19