Rinderherpes in Aachen: Müssen 700 Tiere geschlachtet werden?

Nahaufnahme von dem Kopf eines Rindes in einem Kuhstall

Rinderherpes in Aachen: Müssen 700 Tiere geschlachtet werden?

  • Tiere müssen im Stall bleiben
  • Gerichtliche Entscheidungen stehen aus
  • Große Belastung für die Landwirte

Das Schicksal der mit Rinderherpes infizierten Kühe im Aachener Süden ist weiter ungewiss. Die rund 700 infizierten Rinder von drei Betrieben stehen seit Wochen im Stall. Auf die Weide dürfen sie nicht, weil sie andere Herden anstecken könnten. Die Landwirte kämpfen vor Gericht darum, dass ihre Tiere nicht geschlachtet werden müssen.

Veterinäramt hat Schlachtung angeordnet

Das Veterinäramt der Städteregion hatte den BHV1-Virus Mitte Juli in den drei Beständen entdeckt. Um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, wurde ihre Schlachtung angeordnet. Alle drei Landwirte haben dagegen Widerspruch eingelegt.

Gerichte müssen entscheiden

In zwei Fällen wurde bereits vor dem Verwaltungsgericht Aachen verhandelt. Das Gericht erklärte am 24. Juli 2019 die Tötung für rechtmäßig. Dagegen wurde beim OVG Münster Beschwerde eingelegt. Eine Gerichtssprecherin sagt, es fehle allerdings noch die nötige Begründung. Erst dann werde sich das OVG damit befassen. Der dritte Fall ist beim Verwaltungsgericht Aachen anhängig.

Milch und Fleisch unbedenklich

Die Tiere werden wie gewohnt abends gemolken. Ihre Milch darf weiterhin verkauft werden. Auch das Fleisch von infizierten Rindern kann laut Veterinäramt bedenkenlos gegessen werden. Rinderherpes ist für Menschen ungefährlich.

Mehr Arbeit für Betriebe

Für die Landwirte ist die Situation äußerst belastend. „Wir versuchen positiv in die Zukunft zu schauen“, sagt Landwirtin Anja Giesen, „wir müssen unseren Kühen ja jeden Tag in die Augen schauen.“ Da die Tiere nicht auf die Wiese dürfen, muss außerdem beigefüttert werden. Das ist neben der regulären Erntearbeit zusätzlicher Aufwand.

Stand: 21.08.2019, 15:30