Rinderherpes in Aachen – Bauern wehren sich gegen Tötung ihrer Kühe

Eine Kuh in Großaufnahme vor blauem Himmel, von unten fotografiert

Rinderherpes in Aachen – Bauern wehren sich gegen Tötung ihrer Kühe

  • Behörde will Ausbreitung der Tierseuche verhindern
  • Rinderherpes für Menschen ungefährlich
  • Untersuchungen in weiteren Aachener Betrieben geplant

Zwei Bauernhöfe in Aachen, die ihre Bestände wegen Rinderherpes schlachten müssen, haben Widerspruch gegen eine Verfügung des Veterinäramtes eingelegt. Sie sprechen von einer "sinnlosen Massentötung".

Auf drei Bauernhöfen in Aachen hat das Veterinäramt der StädteRegion Rinderherpes entdeckt. Alle Kühe sollen geschlachtet werden, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Das hat die Behörde am Montag (15.07.2019) mitgeteilt.

Rund 700 Milchkühe, Jungrinder und Kälber sollen getötet werden, weil sie mit dem Virus infiziert sind. Die Tiere zeigen noch keine Krankheitssymptome. Das Virus sei für den Menschen völlig ungefährlich, sagen die betroffenen Landwirte. Sie fordern mit Unterstützung der Interessenvertretung von Familienbetrieben, dass die Rinderherpes-Verordnung geändert wird. Sie schreibt die Tötung von infizierten Rindern vor, um so eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern.

Der Leiter des Veterinäramts der Städteregion sagt, es gehe auch um Tierschutz. Bricht die Krankheit aus, seien die Folgen schwerwiegend und nennt als Beispiele Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten.

Für Menschen ist die Tierseuche ungefährlich. Auch Milch und Fleisch können laut Veterinäramt bedenkenlos verzehrt werden. Deswegen können die infizierten Rinder geschlachtet und ihr Fleisch regulär verkauft werden.

Im März Tiere in Heinsberg und Borken getötet

Ob weitere Betriebe im Aachener Raum betroffen sind, ist offen. Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen.

Seit 2017 gilt Deutschland als Rinderherpes-freie Zone. Dennoch kommt es hin und wieder zu Ausbrüchen. So mussten im März zum Beispiel im Kreis Heinsberg und im Kreis Borken Hunderte von Rindern geschlachtet werden.

Erkrankung hoch ansteckend

Das Rinderherpes-Virus-1 (BHV-1) ist eine Viruserkrankung bei Rindern, die hochansteckend ist und verschiedene Symptome auslösen kann. Die meisten infizierten Tiere bekommen eine Entzündung der Atemwege. Das Virus kann auch zu Fehlgeburten führen. Einmal infizierte Tiere können lebenslang andere Rinder anstecken. Deshalb werden sie geschlachtet.

Lokalzeit2go vom 27.02.2019: Wieder Rinderherpes im Kreis Borken 00:50 Min. Verfügbar bis 27.02.2020

Stand: 16.07.2019, 10:07