Rikschas für Senioren in Aachen

Zwei Seniorinnen sitzen in einer Fahrradkischa.

Rikschas für Senioren in Aachen

Von Sophia Naim

Die Caritas Aachen bietet ab Juli motorisierte Fahrrad-Rikschas an. Senioren können mit dem "Flaniermobil" kostenlos Ausflüge machen.

Es soll kein Rikscha-Taxi sein, um damit Besorgungen zu erledigen. Es geht vielmehr darum, neue Bekanntschaften zu fördern. Also rein in die Rikscha und ab ins Grüne oder an Orte aus der Vergangenheit der Mitfahrer. "Es gibt den Senioren ein Stück Freiheit zurück und bringt etwas Abwechslung in ihren Alltag", erklärt die Initiatorin des Projekts Ute Fischer von der Aachener Caritas.

Neue Kontakte und Gespräche

Gleichzeitig bieten die Rikscha-Fahrten Zeit für Gespräche. Es entstehen neue Begegnungen zwischen dem ehrenamtlichen "Piloten" und seinen Gästen. In Alsdorf, nördlich von Aachen, gibt es bereits ein ähnliches Projekt. Detlev Gottwald ist dort öfter mit Senioren auf einer Rikscha unterwegs. "Alle sind begeistert und manch einer erzählt mir während der Fahrt seine Lebensgeschichte. Das macht Spaß und nebenbei halte ich mich selber durch das Radeln fit", erzählt er. In Aachen sucht die Caritas noch Ehrenämtlern, die ab und zu als Fahrer in die Pedalen treten und dabei etwas Gutes tun wollen.

Das Recht auf Wind im Haar...

...genau so lautet das Motto der Initiative "Radeln ohne Alter", die in NRW bereits einige Stationen hat. Die Caritas will mit ihr zusammenarbeiten. Für den Start im Juli stehen bereits drei Standorte in Aachen fest: In Haaren, beim Caritas-Zentrum in der Scheibenstraße und beim Verein "Gut! Branderhof" in Burtscheid. "Für die Finanzierung der Räder suchen wir noch Sponsoren, die uns unterstützen möchten", erklärt Ute Fischer. Ein Rad wird zwischen 6.500 und 9.500 Euro kosten. Dazu kommen Aufwendungen für Versicherung, Wartung oder auch Zubehör wie Außenspiegel und wasserdichte Fußsäcke.

Gelungene Probefahrt

Die zwei Schwestern Marlis Menyesch (77) und Ingrid Brenneke (81) aus Aachen-Burtscheid haben das "Flaniermobil" schon gemeinsam getestet und freuen sich: "Die Idee ist toll, denn mal eben eine Runde an der frischen Luft zu machen ist für mich im Alltag nicht so einfach," erklärt Marlis Menyesch. Sie würde es gerne öfter nutzen, auch um der Langeweile zu Hause zu entfliehen. Auch ihre Schwester Ingrid lacht und meint: "Das ist für uns ein echtes Abenteuer!"

Stand: 18.05.2021, 10:03