Die gestohlenen Gerhard Richter-Skizzen bleiben Diebstahl

Kölner Landgericht

Die gestohlenen Gerhard Richter-Skizzen bleiben Diebstahl

  • Mann fand Skizzen im Altpapier
  • Gericht verurteilte ihn zu einer Geldstrafe
  • Geldstrafe fällt jetzt geringer aus

Im April war ein Mann zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er Skizzen des Malers Gerhard Richter aus einer Mülltonne mitgenommen hatte. Er ist vor dem Landgericht Köln in Berufung gegangen - und am Dienstag (03.12.2019) wieder verurteilt worden.

Konkret ging es darum, dass der 50-Jährige aus einer umgefallenen Altpapiertonne vor dem Haus Gerhard Richters in Köln Hahnwald, unsignierte, bemalte Fotos mitgenommen hatte. Der Angeklagte wollte sie verkaufen, was ihm nicht gelang. Laut Gericht gehörten die bemalten Fotos nach wie vor Gerhard Richter – er wollte, dass sie entsorgt werden.

Im April war der Mann wegen Diebstahls zu einer Geldstrafe in Höhe von 3.150 Euro verurteilt worden. Jetzt muss er nur noch 1.200 Euro zahlen.

Mann ist geständig

Seine Strafe fällt am Dienstag (03.12.2019) geringer aus als noch im April, da sich seine Einkünfte verändert haben und er geständig war. Bei seinem ersten Prozess vor dem Amtsgericht hatte er ausgesagt, ein Windstoß habe eine Altpapiertonne vor dem Haus Gerhard Richters umgestoßen und dabei seien die Skizzen auf die Straße gefallen. Weil diese in der Altpapiertonne lagen, sei er davon ausgegangen, dass der Künstler die Skizzen nicht mehr haben wollte.

Laut Gericht war dies nicht der Fall. Wenn jemand etwas in die Mülltonne gibt, dann mit der Absicht, dass es entsorgt werden soll. Der Griff in die Tonne könne somit also als Diebstahl gewertet werden.

Stand: 03.12.2019, 15:55