Niedrigwasser im Rhein trotz Regens

Niedrigwasser im Rhein trotz Regens

  • Wasserstraßenamt: Rheinpegel bleibt niedrig
  • Für Pegelanstieg wären längere Regenfälle nötig
  • Stadt Bonn warnt vor Betreten des Uferbereichs

Zur Diskussion über das Niedrigwasser im Rhein

Der Wasserstand des Rheins ist auf einem Rekordtief - und das bleibt auch erstmal so. "Die Pegelstände werden sich auf dem derzeitigen Level halten", sagte Jan Böhme, der Hydrologe des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Duisburg-Rhein, am Montag (22.10.2018).

Regenmengen reichen nicht aus

Zwar sei für diese Woche gebietsweise Regen zu erwarten, so dass der Wasserstand zwischendurch mal um zwei bis drei Zentimeter steigen könne. Das werde aber keine nachhaltige Wirkung an den Pegeln zeigen. "Sie bräuchten längere, intensivere Niederschläge", sagte Böhme.

Wie der niedrige Rhein-Pegel die Fauna beeinflusst

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft 19.10.2018 06:05 Min. Verfügbar bis 19.10.2023 WDR 5

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Der Pegelstand des Rheins bei Duisburg betrug am Montagvormittag 1,56 Meter, in Köln 70 Zentimeter. Nach einem Weltkriegs-Fund im Niedrigwasser hatte die Stadt Bonn allen Bürgern dringend geraten, den unbefestigten Uferbereich nicht zu betreten.

Hoch gefährliche Weltkriegsrelikte

Kriegsmunition im Rhein

Weltkriegsfund aus dem Rhein in Bonn abtransportiert

Der Sprengkörper, der am Sonntag am Rhein in Bonn gefunden wurde, ist am Montagmorgen vom Kampfmittelräumdienst geborgen worden. Entgegen vorheriger Annahmen, handelte es sich nicht um eine Bombe, sondern um eine so genannte Geschossgranate.

Der mehr als zwei Zentner schwere Sprengköprer wurde mit einem Feuerwehrkran auf den Uferweg gehoben und dann abtransportiert.

Die Stadt warnte dringend, nicht im Flachwasser nach Metallgegenständen zu suchen. Diese Weltkriegsrelikte seien hoch gefährlich.

Auswirkungen für Schiffsverkehr

Das Niedrigwasser im Rhein hat mittlerweile große Auswirkungen für Unternehmen am Dortmunder Hafen. Die Schiffe können nur noch einen Bruchteil dessen laden, was sie sonst transportieren. Dadurch gibt es Lieferengpässe und die Kosten explodieren.

Hier ist Platz für Ihre Meinung:

Stand: 22.10.2018, 13:42

Kommentare zum Thema

3 Kommentare

  • 3 Wolfgang Preikschat 22.10.2018, 16:18 Uhr

    Tun mir die Schiffer leid? Tun mir die Bauern leid, deren in Monokultur angebauter Futtermais für das Mastvieh durch die Dürre verdorrt? Die Schiffer sind wie die Bauern Opfer einer Politik, die in den letzten Jahrzehnten zu immer größeren Investitionen - bei entsprechender Verschuldung - in immer größere Einheiten geführt hat. Hatten die Schiffe vor 40 Jahren noch einen Tiefgang von 2,50/2,80m, liegt man heute bei 3,50/3,80. Beim heutigen Niedrigwasser werden die alten Schiffe immerhin noch zur Hälfte, die neueren - die großenteils nur eine im Just-in-Time System fahrende Lagerhaltung betreiben - nur noch zu einem Drittel ausgenutzt. Sollten die seit langem niedrigen Pegel anhalten, kommen bestimmt wieder die alten Pläne auf den Tisch, den Rhein mit Staustufen zu regulieren.

  • 2 Anne 22.10.2018, 13:35 Uhr

    trauig aber wahr... ok dann sollten diese Zeit nutzen um den Rhein sauber zu halten -entfernen von Schrott/ Altmetall / Fahrräder etc.. auch die Ufer haben ein Schnitt bzw entfernung der Grössen Sträucher nötig.Zum Glück sind noch keine menschlichen Überreste gefunden worden ... An die Arbeit .. Ahoi :-))

  • 1 J. Roemer 22.10.2018, 13:32 Uhr

    Und wenn welche gefunden wird und man sagt Bescheid bleibt die Munition 3 Tage ungeschützt am Rhein liegen. Auf 1 oder 2 Tage kommt es nach 73 Jahren ja nicht an. Beamtentum lässt grüssen.

    Antworten (1)
    • WDR.de 22.10.2018, 14:37 Uhr

      Hallo Herr Roemer, können Sie uns genauer erklären von was für einem Vorfall Sie reden und Kontakt mit uns aufnehmen? Sie können sich gerne per E-Mail an nrw@wdr.de wenden. Vielen Dank!

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