Zügiger Bahnausbau fürs Rheinische Revier vereinbart

Bauarbeiter arbeiten im Gleisbereich.

Zügiger Bahnausbau fürs Rheinische Revier vereinbart

Von Sabine Tenta

  • DB und Landesregierung unterzeichnen Absichtserklärung
  • Fünf Bahnprojekte für das Rheinische Revier geplant
  • Umsetzung innerhalb der nächsten zehn Jahre

Der Strukturwandel für das Rheinische Revier geht nicht ohne eine gute Verkehrsinfrastruktur. "Das ist die Voraussetzung, dass dort Arbeitsplätze entstehen können", sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Mittwoch (17.07.2019) in Düsseldorf. Er unterzeichnete mit Bahnvorstand Roland Pofalla eine Absichtserklärung zu fünf Bahnprojekten. Sie sollen den Bahnverkehr im Städtedreieck Köln - Aachen - Mönchengladbach erneuern.

Armin Laschet (CDU, r), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, und Ronald Pofalla, Bahn-Infrastrukturvorstand, unterzeichnen eine Vereinbarung in der Düsseldorfer Staatskanzlei

Die Unterzeichnung der Vereinbarung

Finanziert werden die Projekte durch die Fördermittel, auf die sich die Kohlekommission verständigt hat. Für NRW sind insgesamt rund 15 Milliarden Euro Strukturhilfen vorgesehen.

Die Projekte im Einzelnen

  • S11-Ausbau (rund 80 Millionen Euro): Die Erftbahn RB38 soll zu einer S-Bahn ausgebaut werden. Dafür wird die heutige S12 von Kerpen-Horrem bis Bedburg verlängert. Zwischen Bedburg und Au an der Sieg soll die S-Bahn im 20-Minuten-Takt fahren.
  • S6-Ausbau (rund 73 Millionen Euro): Die S6 wird zwischen Köln und Mönchengladbach verlängert. Neue Haltepunkte wird es in Köln, Pulheim und Grevenbroich geben.
  • Neubau Westspange (rund 1,2 Milliarden Euro): Durch eine neue S-Bahn-Infrastruktur zwischen Köln-Hansaring und Hürth-Kalscheuren sollen Brühl, Euskirchen und Erftstadt besser an Köln angebunden werden. Das soll den Fern-, Regional- und Güterverkehr auf der völlig überlasteten Strecke entzerren.
  • Ausbaustrecke Aachen - Köln (rund 500 Millionen Euro): Dadurch sollen die Kapazitäten auf der Schnellfahrstrecke Paris - Brüssel - Köln - Amsterdam erhöht werden. Ab Düren soll es ein drittes Gleis geben.
  • Studie Digitalisierung Knoten Köln (rund 800.000 Euro): Der Bund finanziert eine Studie zur Digitalisierung des Knotens Köln. Der überlastete Verkehrsknoten hat Auswirkungen auf den bundesweiten Bahnverkehr.

Zeithorizont für die Umsetzung

Hauptbahnhof Köln

Der Bahnknoten Köln

Bahnvorstand Roland Pofalla rechnet damit, dass die ersten Projekte in der ersten Hälfte der 2020er Jahre umgesetzt werden, andere erst in der zweiten Hälfte. Durch frühzeitige Bürgerbeteiligungen soll die Zahl möglicher Klagen reduziert werden.

Die Absichtserklärung, die Laschet und Pofalla am Mittwoch unterzeichnet haben, ist rechtlich nicht bindend, sondern erst mal nur "ein starkes Signal", wie Laschet es formulierte. Jetzt ist die Bundesregierung am Zug: Nach der Sommerpause soll das Gesetz verabschiedet werden, das den Geldhahn für die Strukturhilfen öffnet.

Strukturwandel: "Wir brauchen schnelle Entscheidungen"

WDR 5 Morgenecho - Interview 13.05.2019 05:50 Min. Verfügbar bis 11.05.2020 WDR 5

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Stand: 17.07.2019, 13:30