Dienstwagen-Affäre bei der Rheinbahn?

Düsseldorfer Rheinbahn

Dienstwagen-Affäre bei der Rheinbahn?

  • Vorwurf: Dienstwagen dem Ehemann überlassen
  • Fall wird rechtlich geprüft
  • Aufsichtsrat muss über Konsequenzen entscheiden

Der Finanzvorstand der Düsseldorfer Rheinbahn, Sylvia Lier, soll ihren Dienstwagen für private Fahrten ihrem Mann überlassen haben. Der Fall wird aktuell von externen Juristen überprüft, erfuhr der WDR am Mittwoch (23.10.2019) aus Aufsichtsratskreisen.

Aufgefallen sein soll das Vorgehen bei der Abrechnung im Vorstandsbüro, als eine Fahrt nach Hannover beglichen werden sollte, wo Vorstandsmitglied Lier zum besagten Zeitpunkt nachweislich aber nicht gewesen sein soll.

OB Geisel will rechtliche Prüfung abwarten

Oberbürgermeister und Rheinbahn-Aufsichtsratschef Thomas Geisel (SPD) warnt vor voreiligen Schlüssen: "Beim Thema private Nutzung von Dienstwagen gibt es möglicherweise unterschiedliche Interpretationen, die gerade noch vertretbar sind." Es werde nun untersucht, in welchem Umfang Sylvia Lier Dienstwagen laut ihres Arbeitsvertrags privat nutzen darf.

Geisel betonte, sich den Sachverhalt erst genau anschauen zu wollen, bevor mögliche Konsequenzen gezogen würden. Darüber muss dann der Rheinbahn-Aufsichtsrat beraten und entscheiden. Von dort gibt es bereits Stimmen, die eine Ablösung Liers für geboten halten, sollte sich der Vorwurf der unerlaubten privaten Dienstwagen-Nutzung bestätigen.

Lier erst seit Mai im Vorstand

Ein Ergebnis der rechtlichen Prüfung soll in den nächsten zwei Wochen vorliegen. Sylvia Lier hatte erst im Mai ihren Posten im Rheinbahn-Vorstand angetreten. Sie ist für die Bereiche Finanzen und Marktbearbeitung zuständig und soll sich vor allem um die Entwicklung neuer Mobilitätsangebote kümmern.

Eine Rheinbahn-Sprecherin bestätigte die interne Untersuchung. Weiter wolle man sich aber erst äußern, wenn gesicherte Erkenntnisse vorlägen.

Stand: 23.10.2019, 15:15