Jugendlicher wegen Tumulten im Düsseldorfer Rheinbad verurteilt

Der Eingang des Rheinbades in Düsseldorf.

Jugendlicher wegen Tumulten im Düsseldorfer Rheinbad verurteilt

Randale und Bedrohungen im Freibad: Die Tumulte im Düsseldorfer Rheinbad hatten 2019 bundesweit für Aufsehen gesorgt. Am Mittwoch ist ein Jugendlicher deshalb vor Gericht verurteilt worden.

Im Prozess um die Tumulte im Düsseldorfer Rheinbad hat das Amtsgericht am Mittwoch einen Jugendlichen wegen Bedrohung verurteilt. Die Richterin ist davon überzeugt, dass der heute 17-Jährige im vergangenen Jahr einer Bademeisterin gedroht hatte, sie bei einem privaten Treffen "an die Wand zu klatschen" und zu töten.

Auf Anordnung des Gerichtes muss der Schüler deswegen jetzt an einem Projekt zur Bewältigung von Krisensituationen teilnehmen.

Nach Angaben einer Gerichtssprecherin konnte in dem Prozess nicht geklärt werden, welche der Rolle der Schüler bei den Tumulten damals gespielt hatte und ob er zu den Rädelsführern gehörte.

Freibad musste merhmals geräumt werden

Bei einem Gerichtstermin im September hatte es kein Urteil gegeben, weil damals ein Zeuge fehlte. Der Prozess wurde jetzt fortgesetzt. Er war aus Jugendschutzgründen nicht öffentlich. 

Im Sommer 2019 war das Freibad wegen randalierender Jugendlicher dreimal mit Hilfe der Polizei geräumt worden.

600 Euro für Beleidigung

Neben dem heute 17-Jährigen war im Zuge des dritten Tumults auch Anzeige gegen einen 27-Jährigen erstattet worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde das Verfahren gegen ihn schon mit einem Strafbefehl rechtskräftig beendet.

Der Mann musste 600 Euro zahlen, nachdem er bei der Räumung eine Polizistin als "dreckiges Stück Scheiße" beleidigt hatte.

Nach den Ereignissen im vergangenen Sommer hatte die Bädergesellschaft reagiert und eine Videoüberwachung installiert sowie Ausweiskontrollen eingeführt. Für den Sommer 2020 war eine Security Firma engagiert worden.

Doch auch wegen der strengen Regeln in der Corona-Pandemie blieb diese kurze Freibad-Saison ruhig. Die Gästezahlen waren streng limitiert, Tickets musste man vorher online reservieren. "Die Freibadsaison 2020 verlief in allen städtischen Freibädern ohne besondere Vorkommnisse", so eine Sprecherin.

Stand: 07.10.2020, 14:32