Revision im Mordfall Springmann: Urteil im Januar

Revision im Mordfall Springmann: Urteil im Januar

Von Wolfram Lumpe

  • Revision im Mordfall Springmann am Bundesgerichtshof
  • Staatsanwaltschaft will Aufhebung eines Freispruchs
  • Urteil für Januar 2020 erwartet

Lebenslang und Freispruch – weiter auseinander hätten die beiden Urteile im Doppelmordfall Springmann nicht liegen können. Gegen beide wurde Revision beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe eingelegt. Am Donnerstag (14.11.2019) ging es um die Revision der Staatsanwaltschaft. Sie will die Aufhebung des Freispruchs eines der beiden Angeklagten. Eine Entscheidung wurde noch nicht getroffen. Das Urteil in diesem Revisions-Verfahren soll am 9. Januar 2020 verkündet werden.

Doppelmord an den Großeltern

Die Fakten zum Prozess: Der Fall Springmann erregte bundesweit Aufsehen. Laut Urteil in erster Instanz tötete der Enkel der betagten Unternehmer Enno und Christa Springmann seine Großeltern – aus Habgier. Vor allem sein Großvater hatte ihn mit viel Geld und Immobilien unterstützt. Eine siebenstellige Summe sei in die Taschen des damals 26-Jährigen geflossen, berichteten Zeugen im Prozess.

Süßes Leben statt Studium

Tor der Springmann Villa in Ronsdorf

Die Villa Springmann in Ronsdorf

Dafür erwartete Enno Springmann ein abgeschlossenes Studium von seinem Enkel, so das Bild, das viele Aussagen im Prozess zeichneten. Als ihm aber klar wurde, dass dieser wohl mehr Zeit mit einem "süßen Leben" als mit studieren verbrachte, habe er dem jungen Mann den Geldhahn zudrehen wollen – für die Kammer das eindeutige Mordmotiv.

Lebenslang und Freispruch

Der Enkel wurde deswegen vor einem Jahr zu lebenslanger Haft verurteilt. Sein Freund und Geschäftspartner aber wurde freigesprochen. Eine Tatbeteiligung sei ihm nicht nachzuweisen, so die Urteils-Begründung. Dagegen geht die Staatsanwaltschaft in Revision. Hat sie Erfolg, gibt es wahrscheinlich einen neuen Prozess gegen den Freund des Enkels. Ansonsten bleibt er ein freier Mann.

Für die Staatsanwaltschaft ist jedenfalls klar: Der Freigesprochene war zur Tatzeit am und im Haus der Springmanns. Es sei unwahrscheinlich, dass er nur gewartet habe, während der zu lebenslanger Haft verurteilte Enkel des betagten Paares seine Großeltern umbrachte. Das habe das Landgericht bei seinem Urteil nicht im Blick gehabt. Die Verteidiger sagten, der Doppelmord sei eindeutig eine Spontantat des Enkels gewesen.

Enkel ist auch in Revision

Auch die Verteidiger des verurteilten Enkels haben Revision eingelegt. Sie begründen dies vor allem auf Prozessfehler und wollen weg von der lebenslangen Haft.

Stand: 14.11.2019, 06:39