Wuppertaler Hauptbahnhof:Tierschützer retten Taubenküken

Eine Tierschützerin hält ein Taubenküken in den Händen

Wuppertaler Hauptbahnhof:Tierschützer retten Taubenküken

  • Sogenannte Vergrämungsarbeiten sollen Tauben fern halten
  • Tierschützer retten lebendige Küken
  • Arbeiter sollen Küken lebendig in den Müll geworfen haben

Am Wuppertaler Hauptbahnhof haben Tierschützer am Dienstag (12.02.2019) Taubenküken aus Nestern gerettet. Ihr Vorwurf: Eine Firma habe lebende Tiere in den Müll werfen wollen.

Ein Taubenküken in den Händen einer Tierschützerin

Ein gerettetes Taubenküken

Sogenannte Vergrämungsarbeiten sollen am Wuppertaler Hauptbahnhof dafür sorgen, dass es weniger Tauben gibt. Aufgespannte Netze sollen es den Tieren ungemütlich machen. Doch jetzt gibt es ein Problem: Die Tauben haben aktuell Nester mit Küken. Taubenfreunde beobachteten nach eigenen Angaben, dass von der Bahn beauftragte Arbeiter zwei Küken lebendig in den Müll werfen wollten. Daraufhin wandten die Tierfreunde sich an den WDR.

Bahn reagiert schriftlich

Auf Anfrage reagiert die Bahn schriftlich. So heißt es etwa: "Unter keinen Umständen dürfen Eier zerstört oder Jungvögel getötet werden. (…) An den Gleisen 1, 2 und 3 sind Arbeiten an den Zugzieltafeln durchgeführt worden. Die Deutsche Bahn prüft derzeit, ob es im Rahmen der Arbeiten durch die beauftragte Firma zu Verstößen gegen das Tierschutzgesetz gekommen ist. Die Deutsche Bahn behält sich vertragliche Sanktionen gegenüber beauftragten Firmen oder arbeitsrechtliche Schritte vor."

Verein: Mehr Küken in Gefahr

Laut Bahn hat die Firma sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert. Am Dienstag (12.02.2019) haben die Taubenfreunde vier Küken und unzählige Eier sichergestellt. Die Küken kommen in Pflegestellen, später sollen sie laut Verein in einem der betreuten Taubenhäusern angesiedelt werden. Bei der Kükenrettung hofft der Verein auf eine Fortsetzung. Etwa 50 Nester werden in Bereichen vermutet, die wegen Starkstromgefahr bislang nicht für die Helfer zugänglich waren.

Bessere Lösung: Gipseier

Der Verein "Wuppertaler Stadttauben" zeigt sich insgesamt unglücklich über die Taubensituation am Wuppertaler Hauptbahnhof. Schon im August 2018 habe es ein Treffen mit der Bahn gegeben. Dabei habe man angeboten, im Vorfeld der Vergrämungsarbeiten echte Taubeneier gegen Gipseier auszutauschen. Allerdings habe die Bahn danach nicht mehr über den Fortgang der Arbeiten informiert.

Stand: 12.02.2019, 18:37