Wuppertal: Kaiserwagen-Renovierung dauert länger

Kaiserwagen steht für Reparatur in Werkstatt

Wuppertal: Kaiserwagen-Renovierung dauert länger

Von René Rabenschlag

  • Hauptuntersuchung bedeutet Demontage
  • Gutachter empfiehlt Austausch tragender Elemente
  • Noch Stillstand bei den Arbeiten

Der Kaiserwagen ist mit 120 Jahren das Schmuckkästchen Wuppertals. Doch mit dem Neustart der Schwebebahn im vergangenen Herbst blieb er in der Garage. Der Grund: Hauptuntersuchung. Und die dauert jetzt weit länger, als gedacht. Denn – auch wenn es bei der Schwebebahn nicht so heißt: Der Kaiserwagen bekommt erst mal keine neue TÜV-Plakette.

Arbeiten für Hauptuntersuchung

Der rot-braune Wagen sieht momentan (20.02.2020) ziemlich gerupft aus: Der historische Fahrerstand ist komplett ausgebaut, es hängen dutzende Kabel von der Decke, die Räder und Drehgestelle auf dem Dach sind abmontiert.

Arbeiten im Inneren des Kaiserwagens

Arbeiten auch im Inneren: Die Verkabelung wird erneuert

Das alles war genauso von den Stadtwerken geplant, denn zur 5-jährlichen Hauptuntersuchung müssen alle technischen Details geprüft werden. Außerdem war klar, dass durch die Umstellung auf das neue Betriebssystem Digitaltechnik in die historische Kulisse eingebaut werden sollte.

120 Jahre alter Stahl

Bei den Arbeiten wollten die Wuppertaler Stadtwerke aber auch ermitteln, wie haltbar einzelne Bauteile überhaupt noch sind. Schließlich sind das Chassis und die Aufhängung weitgehend Originale aus dem Jahr 1900.

Weil man die Haltbarkeit des Stahls nicht genau bestimmen kann, hat ein Gutachter nun empfohlen, wichtige Träger auszutauschen. Diese Bauteile müssen aber nun als Einzelanfertigung erstellt werden. Weitere Teile des Wagens werden noch untersucht. Ein Ergebnis wird erst Anfang März erwartet.

Arbeitern am Kaiserwagen stehen seit Wochen still

Während viele kleinere Sanierungen schon erledigt wurden, kommen die Stadtwerke bei den großen Dingen nicht weiter. So stehen auch Gespräche mit den technischen Genehmigungsbehörden noch aus.

Schon jetzt steht fest, dass die Generalüberholung einen sechsstelligen Betrag kosten wird und frühestens im Sommer beendet ist, so der Betriebsleiter.

Der lange Stillstand des Schmuckkästchens ist im Übrigen eine große Belastung für das Wuppertaler Stadtmarketing. Die fehlenden Einnahmen durch die Rundfahrten reißen ein Loch von 200.000 Euro jährlich in die Kasse.

Wuppertal: CNN-Tourismus-Empfehlung lockt mehr Journalisten Lokalzeit Bergisches Land 10.02.2020 03:19 Min. Verfügbar bis 10.02.2021 WDR Von René Rabenschlag

Stand: 20.02.2020, 08:44

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