Zwei-Millionen Euro teure Infusion soll Mädchen retten

Nach Zwei-Millionen-Spritze: Hoffnung für die kleine Ajla Lokalzeit Bergisches Land 23.07.2021 03:54 Min. Verfügbar bis 23.07.2022 WDR Von Gabi van den Boom

Zwei-Millionen Euro teure Infusion soll Mädchen retten

Von Gaby van den Boom

Die zweijährige Ajla aus Remscheid leidet unter einer sehr seltenen Krankheit, die oft tödlich verläuft. Es gibt ein Medikament, das helfen kann. Es kostet pro Dosis zwei Millionen Euro.

In der Uni-Klinik Bonn hat die zweijährige Ajla aus Remscheid am Freitag (21.05.2021) eine womöglich lebensrettende Infusion bekommen. Sie wurde mit "Zolgensma" behandelt, einem Mittel, das erst seit vorigem Jahr zugelassen ist. Das Medikament ist in die Diskussion geraten, weil eine Dosis zwei Millionen Euro kostet.

Infusion gibt Hoffnung

Für Ajla und ihre Eltern bedeutet die Infusion aber die Hoffnung auf ein zumindest einigermaßen normales Leben. Denn die Zweijährige leidet unter spinaler Muskelatrophie, einer seltenen Krankheit, die meist innerhalb weniger Jahre zum Tod führt. Bei der Erkrankung werden die Muskeln immer schwächer.

Heilung möglich

Teuer aber wirkungsvoll - eine Infusion kostet 2 Mio. Euro

Zolgensma gegen Muskelschwund

Ajla konnte nicht mehr sitzen, essen, den Kopf halten und musste beamtet werden. Die Infusion hält den Muskelschwund auf. In vielen Fällen verbessert sich der Zustand der Patienten sogar wieder, je nachdem wie weit die Krankheit fortgeschritten ist. Ajla konnte wenige Stunden nach der Infusion wieder nach Hause. Die Ärzte hoffen, dass sie jetzt wieder ohne Sauerstoff gut atmen kann. Sie wird jetzt engmaschig untersucht, unter anderem auch, um mögliche Nebenwirkungen zu überwachen.

Kosten gerechtfertigt?

Prof. Janbernd Kirschner vom Universitätsklinikum Bonn ist glücklich, dass er dem kleinen Mädchen die Infusion geben konnte. Eine einmalige  Dosis reicht aus. Die Krankheit sei sehr selten, die Forschungs- und Entwicklungskosten aber genauso hoch, wie bei Medikamenten, die millionenfach verkauft würden, erklärt der Professor die hohen Kosten. Der Preis für eine Infusion in Höhe von zwei Millionen Euro, die von der Krankenkasse bezahlt wird, sei aber diskussionswürdig.

Stand: 27.07.2021, 08:26

Weitere Themen