Düsseldorfer Historiker befürchten mehr Pogrom-Opfer

Mehrere Ordner zur Studie der Reichspogromnachtopfer

Düsseldorfer Historiker befürchten mehr Pogrom-Opfer

Von Raphael Boch

  • Forscher: Mindestens 120 Opfer in NRW
  • Vermutung: Auch in anderen Bundesländern höhere Opfer-Zahlen
  • Endgültiges Ergebnis soll im November vorliegen

Bisher gingen Historiker davon aus, das im gesamten Deutschen Reich etwa 100 bis 500 Juden bei der Pogromnacht getötet worden sind. Die Düsseldorfer Forscher bezweifeln das. Seit dem Frühjahr durchforsten die Experten zahlreiche Archive in NRW. Noch ist ihre Arbeit nicht abgeschlossen, aber schon jetzt können allein in NRW mindestens 120 Fälle nachgewiesen werden, in denen Juden während der Pogromnacht getötet wurden, an den Spätfolgen ihrer Misshandlungen starben oder Selbstmord begangen haben.

Forscher: Mehr Opfer als bisher bekannt

Die Forscher der Mahn- und Gedenkstätte in Düsseldorf vermuten, dass demzufolge die Opferzahlen auch in anderen Bundesländern höher als bisher bekannt sein müssen. Sie wünschen sich, dass auch Historiker in anderen Bundesländern ihrer Archive noch einmal genau durchforsten. Bis zum Jahrestag der Reichpogromnacht am 9. November soll die Ergebnisse für NRW in einer Studie zusammenfasst werden.

Synagogen und jüdische Geschäfte wurden angezündet

Während der Reichpogromnacht am 9. November 1938 wurden in ganz Deutschland Juden verfolgt, misshandelt und getötet. Die Nationalsozialisten setzten zahlreiche Synagogen in Brand und zerstörten jüdische Wohnungen, Geschäfte und Büros.

Stand: 13.06.2018, 18:09