Rheinland: Jäger retten Rehkitze mit Wärmebilddrohnen

Rehkitz wird mit viel Gras vom Feld getragen.

Rheinland: Jäger retten Rehkitze mit Wärmebilddrohnen

  • Landwirte mähen - Gefahr für neugeborene Tiere
  • Rehkitzen fehlt Fluchtinstinkt vor Mähmaschinen
  • Wärmebilddrohnen spüren Rehkitze in Wiesen auf

Der viele Regen der vergangenen Wochen hat die Arbeitsabläufe der Landwirte im Rheinland durcheinander gebracht. Es ist höchste Zeit, das Futtergras auf den Wiesen zu mähen. Doch genau jetzt suchen Rehkitze im hohen Gras Schutz.

Für Jäger Marco Alfter aus Wachtberg bedeutet das wenig Schlaf. Noch vor Sonnenaufgang lässt er über den Feldern in seinem Revier eine Wärmebilddrohne steigen, um die wenige Tage alten Rehkitze rechtzeitig zu finden.

Rehkitze flüchten nicht vor Mähmaschinen

Die Suche ist nötig, weil den jungen Tieren in den ersten Monaten der Fluchtinstinkt fehlt. Bei drohender Gefahr ducken sie sich stattdessen tief ins Gras und verhalten sich ganz still. So verstecken sie sich vor Füchsen und nicht angeleinten Hunden, geraten aber leicht in die großen Mähwerke der Landwirte.

Genaue Zahlen kann der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen nicht nennen. Eine alte Schätzung geht von 90.000 Tieren jährlich aus, die in Westdeutschland den Mähtod sterben.

Zeitdruck wegen aufgehender Sonne

Selbst aus der Luft sind die Tiere kaum zu erkennen. Erst auf dem Wärmebild der Drohne heben sie sich deutlich von der Umgebung ab, vorausgesetzt die aufgehende Sonne heizt den Boden nicht zu sehr auf. Marco Alfter bleibt deshalb wenig Zeit für die Suche.

Am Mittwochmorgen (29.05.2019) entdeckte er zwei Rehkitze, die er vorsichtig an den Feldrand getragen hat. Dabei hebt er die Tiere mit viel Gras in seinen Händen hoch, damit die Kitze keinen menschlichen Geruch aufnehmen. Sonst würden sie vom Muttertier zurück gelassen.



Drohne mit Wärmebildkamera sichtet Rehkitze Lokalzeit Südwestfalen 28.05.2019 Verfügbar bis 28.05.2020 WDR Von Heinz Krischer

Stand: 31.05.2019, 08:34

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