Extremismus-Debatte im Düsseldorfer Karneval

Eine Prinzenkappe im Gegenlicht

Extremismus-Debatte im Düsseldorfer Karneval

  • Debatte um Karnevalsmitglied
  • Karnevals-Chefs rügen Verein
  • Anwalt tritt zurück

Nach einer Extremismus-Debatte ist ein Anwalt am Dienstag (14.01.2020) aus einem Düsseldorfer Karnevalsverein ausgetreten. Ihm war die Nähe zu Rechtsextremen vorgeworfen worden.

Zuvor war der Düsseldorfer Karnevalsverein Narrencollegium heftig in die Kritik geraten. Die Rheinische Post hatte eine bereits seit 2017 bestehende Mitgliedschaft öffentlich gemacht.

Konkret geht es um Björn Clemens. Er ist Anwalt u.a. in Neonazi-Kreisen und außerdem Vorstandsmitglied einer Vereinigung, die vom NRW-Verfassungsschutz als „rechtsextremistisch“ bezeichnet wird.

Anwalt gibt Mitgliedschaft ab

Die Mitgliedschaft des Mannes in dem Karnevalsverein löste Unverständnis aus. Unter anderem die jüdische Gemeinde zeigte sich empört. Das Comitee Düsseldorfer Carneval drohte dem Verein sogar mit Ausschluss aus der Karnevals-Dachorganisation. Extremistisches Gedankengut dürfe keinen Platz im Düsseldorfer Karneval haben.

Der Verein Narrencollegium teilte schließlich mit, dass Clemens seine Mitgliedschaft wieder beendet habe. In einer Pressemitteilung heißt es: „Damit kommt er einer Entscheidung des Vorstands vorweg und folgt dem Rat unseres Präsidenten.“

Betroffener wehrt sich

Rechtsanwalt Clemens nannte die bisheriger Berichterstattung einen „Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit und die Menschenwürde“. In einer eigenen Pressemitteilung schreibt er: „Den Versuch, mich für mein patriotisches Denken als rechtsextrem zu diffamieren, weise ich zurück.

Der 52-Jährige vertritt derzeit einen der Verdächtigen im Mordfall des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Außerdem war er vor einigen Jahren der Anwalt der Anmelderin der rechtsextremen Dügida-Demos in Düsseldorf.

Clemens saß früher im Bundesvorstand der Republikaner. Nach wie vor ist er im Vorstand der „Gesellschaft für freie Publizistik“. Die wurde in mehreren älteren Verfassungsschutzberichten als rechtsextrem eingestuft.

Stand: 14.01.2020, 14:33

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