Terror-Razzia im Kreis Düren: Sieben Männer sollen für Anschlag trainiert haben

Terror-Razzia im Kreis Düren: Sieben Männer sollen für Anschlag trainiert haben

Rund 350 Polizisten haben mehrere Wohnungen im Kreis Düren durchsucht. Die Bewohner sollen einen Terroranschlag geplant und dafür mit Messern und Äxten trainiert haben.

Mit einem Großaufgebot hat die Polizei frühen Donnerstagmorgen mehrere Wohnungen im Kreis Düren durchsucht. Unter der Leitung des Staatsschutzes waren dabei sowohl Spezialeinheiten, als auch Bereitschaftspolizisten im Einsatz. Die Bewohner der durchsuchten Wohnungen stehen unter dem Verdacht, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat geplant zu haben, wie die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf und die Polizei Köln mitteilten.

Keine Hinweise auf konkretes Anschlagsziel

Ein Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf im Interview vor der Fassade des Gebäudes

Die jungen Männer sollen eine "terroristisch motivierte Tat vorbereitet haben, ohne dass bisher konkrete Erkenntnisse auf einen Anschlagsplan vorliegen". Das sagte Mathias Proyer von der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf dem WDR. Man habe Erkenntnisse dazu, dass die "Beschuldigten im Wald mit Äxten und Messern trainiert haben sollen." Die Ermittlungen gegen die jungen Männer aus dem Kreis Düren laufen schon seit fast einem Jahr.

Ihnen wird vorgeworfen, sich "anlehnend an Propagandamaterial der ausländischen terroristischen Vereinigung 'Islamischer Staat' auf eine terroristisch motivierte Tat vorbereitet zu haben", heißt es zudem in einer Pressemitteilung.

Ermittlungen gegen sieben junge Männer - sechs davon "islamistische Gefährder"

Drei Menschen stehen im Eingang eines Gebäudes.

Die Zentralstelle Terrorismusverfolgung Nordrhein-Westfalen ermittelt jetzt gegen insgesamt sieben Männer im Alter von 16 bis 22 Jahren. Nach Polizeiangaben haben sechs von ihnen die deutsche Staatsbürgerschaft, zwei zusätzlich die russische Staatsbürgerschaft und einer von ihnen ist Türke. Sie sollen sich zu einem islamistisch-terroristischen Netzwerk zusammengeschlossen haben. Sechs der sieben Männer sind bereits als islamistische Gefährder eingestuft - mit bundesweiten Kontakten in die radikale Szene. Vereinzelt habe es auch Treffen im europäischen Ausland gegeben. Auch Menschen, die in unmittelbarem Kontakt zu dem Attentäter von Wien gestanden hätten, seien kurz vor dem Anschlag zu Besuch in Düren gewesen. Bei diesem Anschlag waren im November 2020 vier Menschen getötet und 23 weitere teils schwer verletzt worden.

Innenminister Reul: "Wir handeln, bevor es zu spät ist."

Alle sieben Verdächtigen wurden erkennungsdienstlich behandelt - festgenommen wurde bislang niemand. "Die Verhängung von Untersuchungshaft setzt einen dringenden Tatverdacht voraus", so die Generalstaatsanwaltschaft. "So weit sind die die bisherigen Erkenntnisse noch nicht." Das Beweismaterial werde zunächst ausgewertet. Danach werde geprüft, ob Haftbefehle beantragt werden.

Am Mittag äußerte sich NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zu dem Fall: "Im Zentrum dieser Ermittlungen steht eine Gruppe aus dem Raum Düren, die sich zu einem islamistisch-terroristischen Netzwerk zusammengeschlossen hat." Es habe den Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat gegeben - konkrete Anschlagspläne habe es nach bisherigen Erkenntnissen nicht gebeben. Bei dem Einsatz sei es vor allem darum gegangen, Beweismaterial zu beschlagnahmen. "Der Fall zeigt, dass wir wachsam sind - wir handeln, bevor es zu spät ist", sagte Reul.

Stand: 28.10.2021, 20:40